Onlinestrategie in der Drogen- und Suchtarbeit sowie Prävention

Deutscher Bundestag               Drucksache
19/7973

19. Wahlperiode     21.02.2019

Antwort

der Bundesregierung

auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg, Michael Theurer, Grigorios Aggelidis, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP – Drucksache 19/7533 –

Onlinestrategie in der Drogen- und Suchtarbeit sowie Prävention

Vorbemerkung der Fragesteller

In ihrem Drogen- und Suchtbericht 2018 führt die Bundesregierung viele Onlineportale und Homepages von Einrichtungen und Kampagnen auf.

Einige Bemerkungen im Bericht lassen aus Sicht der Fragesteller Zweifel aufkommen. So heißt es etwa zum Angebot Dot.sys (S. 11): “Aktuell befindet sich Dot.sys in einer vollständigen fachlich-inhaltlichen und sicherheitstechnischen Überarbeitung.” Die entsprechende Domain war zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Anfrage nicht erreichbar und wurde auf eine Unterseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu nationalen Kooperationen umgeleitet.

Aber auch bei den weiteren Onlineangeboten ist unklar, welche konkrete Reichweite sie haben. Genaue Zahlen hierzu werden nicht angegeben. In einem “Im Focus”-Beitrag wird weiter bemängelt, dass “viele Homepages von Suchtberatungsstellen kaum mehr als dürftige Informationen enthalten” (S. 31).

Für den sorgsamen und effektiven Einsatz von Steuergeldern ist eine regelmäßige Erfolgskontrolle aller von der Bundesregierung selbst durchgeführten sowie geförderten Programme und Maßnahmen notwendig. Dies gilt auch für Onlineportale und Webseiten von Hilfseinrichtungen. Weiter bedarf es aus Sicht der Fragesteller eine Onlinestrategie in der Drogen- und Suchtarbeit, mit der Doppelstrukturen und zu eng oder zu weit gefasste Zielgruppen vermieden werden.

Vorbemerkung der Bundesregierung

Die Entwicklung hin zur Wissensgesellschaft und die verbreitete Nutzung digitaler Medien zur Informationsgewinnung im Gesundheitsbereich stellt die Suchtpolitik vor neue Herausforderungen. Die Nutzung digitaler Medien, wie Computer, Tablets oder Smartphones, ist im Alltag der Menschen unentbehrlich geworden. Diese Medien bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten, im Rahmen von Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen Menschen frühzeitig zu erreichen und ihnen zuverlässige Informationen, Hilfestellungen beim Umgang mit sowie beim

 

Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Gesundheit vom 19. Februar 2019 übermittelt.

Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.

2– – 2

Ausstieg aus dem Konsum von Suchtmitteln sowie einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu geben. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, hält insbesondere die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfangreiche digitale Angebote zur Suchtprävention vor.

Länder und Kommunen betreiben in eigener Verantwortung ebenfalls digitale Angebote im Rahmen der Drogen- und Suchtarbeit. Insbesondere die in ihre Zuständigkeit fallende Beratungstätigkeit sieht sich durch die zunehmende Digitalisierung erheblichen Veränderungen ausgesetzt. Der Bund unterstützt im Rahmen seiner verfassungsrechtlichen Möglichkeiten bei diesem Veränderungsprozess auch Länder, Kommunen und Träger der Suchthilfe.

Um Doppelarbeit zu vermeiden und ressourcenschonend zu agieren, erfolgt im Bund-Länder-Kooperationskreis für Suchtprävention zweimal jährlich ein Austausch zwischen der Bundes- und der Landesebene über laufende und geplante Projekte aller Akteure.

Bei dem in der Anfrage angeführten Dokumentationssystem “Dot.sys” handelt es sich um kein Beratungs- oder Präventionsangebot, das sich an Bürgerinnen und Bürger richtet. Dot.sys ist ein Gemeinschaftsprojekt der BZgA und der Koordinatorinnen und Koordinatoren der Suchtprävention in den Ländern, das kostenlos zur Verfügung steht und der Dokumentation von Maßnahmen der Suchtprävention auf kommunaler und regionaler Ebene dient. Es richtet sich in erster Linie an Fachkräfte. Auf Bundesebene werden die Maßnahmen von der BZgA aggregiert und in Jahresberichten, die u. a. der Präventionsberichterstattung auf internationaler Ebene dienen, zusammengefasst. Nach einem umfassenden Relaunch steht das Dokumentationssystem seit 30. Januar 2019 wieder zur Verfügung.

1.
Welche Webangebote (Webseiten, Apps, Newsletter, Social Media etc.) im Bereich Drogen- und Suchtarbeit sowie Prävention betreibt die Bundesregierung, und welchen Drogen- und Suchtprojekten sind diese jeweils zugeordnet?

Alle u. a. Webangebote sind jeweils in eine umfassende Kampagnen- bzw. Kommunikationsstrategie eingebunden und weisen auf weiterführende Hilfs- und Beratungsangebote, z. B. Suchtberatungsstellen in der Kommune, Telefonberatungsmöglichkeiten etc., hin. Die Webangebote bieten i. d. R. auch Informationen für Angehörige von Menschen, die eine Suchtproblematik haben, u. a. wird dabei in das Suchthilfe- bzw. das Suchtselbsthilfesystem weiter vermittelt.

www.kinderstarkmachen.de

Das Webangebot richtet sich an Erwachsene, die Verantwortung für Kinder tragen. Eltern, Lehrkräfte, Trainerinnen und Trainer in Sportvereinen erhalten Informationen und Empfehlungen, wie sie Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützen können (Lebenskompetenzförderung), um einen späteren Substanzmissbrauch zu verhindern.

www.rauch-frei.info

Das Webangebot richtet sich gezielt an 12- bis 17-Jährige und informiert jugendgerecht über die Risiken des Rauchens und Passivrauchens, des Konsums von E-Produkten und des Shisha-Rauchens. Ziel ist es, den Einstieg in das Rauchen zu verhindern.

3– – 3

www.rauchfrei-info.de

Das Webangebot richtet sich an Erwachsene und informiert über die Risiken des Rauchens – hier auch Risiken des Rauchens in der Schwangerschaft – und des Passivrauchens – hier auch im familiären Kontext für Kinder. Weitere Themen sind die Risiken des Konsums von E-Produkten und des Shisha-Rauchens. Wichtiger Fokus des Webangebots ist die Förderung des Rauchstopps. Zur Unterstützung bietet das Webangebot ein Online-Verhaltensänderungsprogramm zum Rauchstopp mit individueller Beratung und Chat-Möglichkeit. www.null-alkohol-voll-power.de

Das Webangebot richtet sich an 12- bis 16-Jährige und informiert jugendgerecht über die Risiken des Alkoholkonsums im Jugendalter. Ziel ist die Förderung der Alkoholabstinenz bei Jugendlichen und die Stärkung einer kritischen Einstellung gegenüber Alkohol. Interaktive und spielerische Elemente regen zur Selbstreflexion an.

www.kenn-dein-limit.info

Das Webangebot richtet sich an 16- bis 20-Jährige und informiert altersgerecht über die Risiken von riskantem Alkoholkonsums – hier insbesondere Rauschtrinken. Interaktive Module, Selbst- und Wissenstests sowie ein Blog regen zur kritischen Reflexion des eigenen Alkoholkonsums an. Ziel ist die Förderung eines verantwortlichen Umgangs mit Alkohol und die Reduzierung des Rauschtrinkens im Jugendalter.

Das Portal ist verzahnt mit Social-Media-Präsenzen auf Facebook, YouTube und Instagram (s. u.).

www.kenn-dein-limit.de

Das Webangebot richtet sich an die erwachsene Allgemeinbevölkerung und hat zum Ziel, den verantwortlichen Umgang mit Alkohol entsprechend den Empfehlungen für einen risikoarmen Alkoholkonsum im Erwachsenenalter zu fördern. Wichtige Schwerpunkte sind: Prävention des fetalen Alkoholsyndroms, Hilfen für Kinder aus alkoholbelasteten Familien und Prävention des Alkoholmissbrauchs im Alter. Das Portal ist verzahnt mit Social Media-Präsenzen auf Facebook und Twitter (s. u.).

www.alkoholfrei-sport-geniessen.de

Das Webangebot richtet sich gezielt an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in Sportvereinen und bietet Unterstützung bei der Umsetzung von alkoholfreien Events im Sportverein. Hintergrund: Die BZgA hat sich mit fünf großen Sportverbänden (DOSB, DFB, DTB, DHB und DJK) zum Aktionsbündnis “Alkoholfrei Sport genießen” zusammengeschlossen, um Sportvereine zu einem verantwortlichen Umgang mit Alkohol in ihren Sportvereinen zu motivieren.

www.drugcom.de

Das Webangebot informiert zielgruppengerecht Jugendliche und junge Erwachsene über Wirkungen, Risiken und Gefahren illegaler und legaler Substanzen. Es werden u. a. konsumierende Menschen angesprochen. Zur Konsumreduzierung bzw. zum Konsumstopp wird motiviert. Entsprechende Online-Verhaltensänderungsprogramme unterstützen dabei. Zahlreiche interaktive Wissens- und Selbsttests regen zur Reflexion des eigenen Umgangs mit Substanzen an.

Das Portal ist verzahnt mit Social Media-Präsenzen auf YouTube und Twitter.

4– – 4

www.spielen-mit-verantwortung.de

Das Webangebot richtet sich an Erwachsene und informiert über die Risiken einzelner Glücksspiele. www.check-dein-spiel.de

Das Webangebot ergänzt das o. g. Webangebot zum Thema Glücksspielsucht und umfasst interaktive Module, um die Selbstreflexion zu fördern und eine Verhaltensänderung zu unterstützen. Hierzu bietet das Webangebot ein eigenes OnlineVerhaltensänderungsprogramm.

www.ins-netz-gehen.de

Die Webseite www.ins-netz-gehen.de richtet sich vornehmlich an junge Menschen im Alter von 12 bis 18 Jahren. Die zahlreichen interaktiv aufbereiteten Informationen sollen sie dabei unterstützen, Online-Angebote wie z. B. soziale Netzwerke, Chats und Computerspiele verantwortungsvoll und risikofrei zu nutzen.

www.dotsys-online.de (siehe auch Vorbemerkung der Bundesregierung)

In dem in erster Linie für Fachkräfte konzipierten Dokumentationssystem werden seit 2005 jährlich ca. 33 000 Präventionsmaßnahmen von den Fachkräften vor Ort dokumentiert. Die Online-Datenbank www.dotsys-online.de wurde 2017 bis 2018 konzeptionell, fachlich-inhaltlich und sicherheitstechnisch komplett überarbeitet. Die Komplexität der Software von Dot.sys liegt in ihrer Funktionalität begründet, u. a. durch verschiedene Rechte-Rollen-Prinzipien auf drei Ebenen mit darauf angesiedelten variierenden Nutzer-Berechtigungen sowie umfangreichen Auswertungs- und Exportierfunktionen. Die sicherheitstechnischen Rahmenbedingungen und Datenschutzrichtlinien sowie vergaberechtliche Verpflichtungen mussten bei dem Relaunch berücksichtigt werden. Seit 30. Januar 2019 steht “Dot.sys” für die Dokumentation auf Einrichtungs-, Landes- und Bundesebene wieder zur Verfügung. www.inforo.online/prevnet

PrevNet auf inforo bietet Fachkräften der Suchtprävention auf allen Ebenen und anderen Interessierten die Möglichkeit zum fachlichen Austausch. Informationen über fachbezogene Veranstaltungen, Projekte, Einrichtungen und Fachkräfte, Studien und Materialien sind in diesem Webangebot gebündelt abrufbar. Ein geschützter Rahmen ermöglicht den informellen Austausch der Fachkräfte mit einer virtuellen Ablage, z. B. für interne Protokolle. Mit seiner dynamischen Struktur erweitert sich das Portal kontinuierlich durch die Anzahl der Mitglieder und den geteilten, nutzergenerierten Inhalt. Aktuell sind rund 600 Fachkräfte und interessierte Personen auf PrevNet registriert (inforo gesamt: 5 143).

a)
Welche jährlichen Kosten verursachen diese Angebote jeweils von 2008 bis 2018, welche Kosten sind davon Online-Werbeausgaben?

Die jährlichen Kosten für die einzelnen Webangebote sind in Anlage 1 dargestellt. Die Kosten für Online-Werbung sind ebenfalls ausgewiesen.

5– – 5

b) Welche einmaligen Kosten haben diese Angebote bei der Aufsetzung, Erstellung und beim letzten Relaunch jeweils verursacht, und in welchem Jahr sind diese angefallen?


 

Initiierung des Webangebotes

letzter Relaunch

www.kinderstarkmachen.de

2002

16.800,00 €

2013

44.200,00 €

www.rauchfrei-info.de

2004/2005

119.000,00 €

2011/2012

100.500,00 €

www.rauch-frei.info

2003/2004

117.200,00 €

2010/2011

125.100,00 €

www.null-alkohol-voll-power.de

2002/

10.000,00 €

2013/2014

68.865,30 €

www.kenn-dein-limit.info

2009/2010

187.820,72 €

2012/

89.027,80 €

www.kenn-dein-limit.de

2009

73.800,00 €

2015/2016 130.000,00 €

www.alkoholfrei-sport-geniessen.de

2011

13.110,00 €

2015

11.900,00 €

www.drugcom.de

2000/2001

317.717,- €

2005

140.415,22

www.check-dein-spiel.de

 

2018

10.000,00 €

www.spielen-mit-verantwortung.de

2007/2008 2.000,00 €

2015

14.500,00 €

www.ins-netz-gehen.de

2011/2012

140.000,00 €

 

www.dotsys-online.de

2002

8.400,00 €

2018/2019

370.000,00 €

www.inforo.online

2017 wurde das Angebot

“PrevNet” in Inforo intergeriert

 

    2017/2018

372.400,00 €

6– – 6

  1. Welche Anzahl an Unique Visits hatten diese Angebote in den Jahren 2008 bis 2018 jeweils jährlich?

 

2016

2017

2018

www.kinderstarkmachen.de

54.104

50.730

58.933

www.rauchfrei-info.de

1.459.513

3.468.515

1.643.730

www.rauch-frei.info

291.569

505.903

772.534

www.null-alkohol-voll-power.de

Anzahl nicht verfügbar

www.kenn-dein-limit.info

1.236.139

1.529.438

1.909.056

www.kenn-dein-limit.de

1.325.260

1.911.175

2.488.112

www.alkoholfrei-sport-geniessen.de

11.308

9.595

20.147

www.drugcom.de

1.958.995

1.539.969

Zahlen noch nicht verfügbar

www.check-dein-spiel.de

452.621

583.321

602.554

www.spielen-mit-verantwortung.de

146.916

107.398

132.356

www.ins-netz-gehen.de

101.622

57.572

60.240

www.dotsys-online.de

www.inforo.online

4.881

17.671

Weitere Informationen liegen der Bundesregierung nicht vor.

  1. Welche Anzahl an Page Impressions hatten diese Angebote in den Jahren 2008 bis 2018 jeweils jährlich?

 

2016

    2017

    2018

www.kinderstarkmachen.de

150.877

     139.435

     147.924

www.rauchfrei-info.de

.539.752

9.614.609

     4.336.720

www.rauch-frei.info

437.745

     638.145

     913.830

www.null-alkohol-voll-power.de

     –

     –

www.kenn-dein-limit.info

4.108.929

4.065.340

     4.439.146

www.kenn-dein-limit.de

7.726.581

33.853.500

     9.748.090

www.alkoholfrei-sport-geniessen.de

36.148

     31.305

     49.263

www.drugcom.de

7.265.716

4.675.034

Zahlen noch

 

nicht verfügbar

www.check-dein-spiel.de

1.308.508

2.601.119

     1.801.264

www.spielen-mit-verantwortung.de

247.757

     167.892

     198.559

www.ins-netz-gehen.de

395.627

     235.098

     214.278

www.dotsys-online.de

     –

     –

www.inforo.online

     159.542

     167.066

Weitere Informationen liegen der Bundesregierung nicht vor.

7– – 7

  1. Welche Anzahl an Downloads und regelmäßigen Usern gibt es bei Apps jeweils pro Jahr von 2008 bis 2018?

Es werden keine Apps angeboten.

  1. Welche Anzahl an Abonnenten gibt es bei Newslettern und anderen Direktkontaktdiensten jeweils, und wie oft werden die einzelnen Newsletter bzw. Nachrichten versendet, und welche Klick- bzw. Öffnungsraten gibt es?

www.kinderstarkmachen.de

2018:

5.651 Newsletterabonnenten,

7 Versendungen, Klickrate 8,05 %

www.rauchfrei-info.de

2018:

886 Newsletterabonnenten, monatliche

Versendung, Klickrate 5 %

www.alkoholfrei-sport-geniessen.de

2018:

1.144 Newsletterabonnenten,

3 Versendungen, Klickrate 5,5 %

www.drugcom.de

Aktuell:

1.583 Newsletterabonnenten, keine weitere Ausdifferenzierung, insgesamt in 2018: 264.578 Besuche im Bereich

News/Newsletter

www.inforo.online

2018:

3.999 Newsletterabonnenten,

3 Versendungen, Klickrate 23 % – 44 %

Die anderen Webangebote bieten keine Newsletterfunktion an.

  1. Welche Anzahl an Followern gibt es bei Social-Media-Profilen jeweils, wie hoch sind die Reaktionsraten und Views?

www.kenn-dein-limit.info (Drittmittel, PKV)

2016

2017

2018

Facebook Follower

     301.840

     291.297

Facebook Views

    11.479.200

    11.291.700

YouTube Follower

294

     1.021

     1.509

YouTube Views

92.998

     171.027

     141.052

Instagram Follower

     –

    neu –

 

www.kenn-dein-limit.de

2016

2017

2018

Facebook Follower

 

11.509

     18.946

Facebook Reaktionsraten

 

1,5

     1,4

Facebook Views

 

5.215.000

     7.042.300

Twitter Follower

 

4.751

     6.736

Twitter Reaktionsraten

 

1,2

     1,2

Twitter Views

 

1.549.900,0

     3.153.900

 

8– – 8

www.drugcom.de

bis 2018

YouTube Follower

1.900

YouTube-Zugriffe

118.507

Twitter-Follower

302

  1. Durch welche Maßnahmen wird jeweils sichergestellt, dass die richtige Zielgruppe erreicht wird?

Die Zielgruppenerreichung wird sichergestellt, indem eine zielgruppenspezifische Kommunikationsstrategie gewählt wird und die Informations- und Beratungsangebote auf die jeweiligen Bedarfe der Zielgruppen inhaltlich, gestalterisch und sprachlich ausgerichtet sind. Daneben werden Öffentlichkeits- und Pressearbeit der BZgA genutzt, um auf die zielgruppenspezifischen Webangebote hinzuweisen. Ergänzend werden Maßnahmen der zielgruppenspezifischen Suchmaschinenoptimierung bzw. zum Teil des Online-Marketings (Targeting) umgesetzt. In einem kontinuierlichen Monitoringprozess (u. a. Onsite-Befragungen, Fokusgruppen etc.) wird überprüft, ob die Zielgruppen durch die Webangebote erreicht werden. Die Webangebote unterliegen einem Qualitätssicherungsprozess und werden entsprechend regelmäßig auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und Daten überarbeitet.

  1. Wie oft werden die Webangebote jeweils inhaltlich aktualisiert?

Die Webangebote werden kontinuierlich fachlich-inhaltlich aktualisiert und thematisch entsprechend den Bedarfen erweitert (siehe zu h).

  1. Durch welche Maßnahmen sind jeweils Datenschutz und Anonymität gewährleistet?

Datenschutz und Anonymität sind durch sicherheits- und datenschutzrechtliche Maßnahmen entsprechend den geltenden gesetzlichen Bestimmungen gewährleistet.

  1. Welcher Anzahl an Menschen konnte durch die jeweiligen Angebote in welcher Form geholfen werden?

Informations- und Beratungsbedarfe von vielen verschiedenen Zielgruppen können durch die reichweitenstarken und in einem kontinuierlichen Weiterentwicklungsprozess befindlichen Webangebote zur Suchtprävention der BZgA gedeckt werden. Die Webangebote können grundsätzlich kostenfrei genutzt werden – dies gilt insbesondere für die u. g. individuellen Online-Verhaltensänderungsprogramme. Die Webangebote sind zudem in einer Mehrebenenstrategie grundsätzlich verzahnt mit anderen Angeboten z. B. in den Lebenswelten (personalkommunikative Angebote) oder auch Printmedien etc.

Die individualisierten, kostenfreien und evaluierten Verhaltensänderungsprogramme helfen Interessierten dabei, gesundheitsförderliche Verhaltensweisen – im Kontext Prävention von Substanzmissbrauch bzw. Vermeidung von Verhaltenssüchten – zu erlernen und einzuüben.

9– – 9

Im Einzelnen zur Nutzung der Online-Selbsttests und Online-Verhaltensänderungsprogramme: www.drugcom.de

Nutzende der Selbsttests

 

Check your Drinking

Cannabis Check

2016:

75.393

86.161

2017:

96.176

78.341

2018:

Zahlen noch nicht verfügbar

 

Nutzende der Verhaltensänderungsprogramme

 

Quit the Shit (Cannabis)

Change your Drinking

2016:

656

489

2017:

787

500

2018:

Zahlen noch nicht verfügbar

 

Gesamtnutzung (seitdem die Angebote online sind)

Selbsttest “Check your Drinking”:               

1 474 716 Besuche

Selbsttest “Cannabis Check”:                    

872 166 Besuche

Selbsttest “Speed Check” (neu in 2018):          

6 216 Besuche

Verhaltensänderungsprogramm “Change your Drinking”:

7 390 Nutzende

Verhaltensänderungsprogramm “Quit the Shit”:     

6 884 Nutzende

www.rauchfrei-info.de

Online-Verhaltensänderungsprogramm zum Rauchstopp (seit 2006):     

154 000 Nutzende www.check-dein-spiel.de

Selbsttest und Online-Verhaltensänderungsprogramm (2007)

Selbsttest:                                        245 704 Nutzende

Online-Verhaltensänderungsprogramm:               2 113 Nutzende www.ins-netz-gehen.de

Online-Verhaltensänderungsprogramm “Das andere Leben” (inklusive Selbsttest)

Selbsttest:                                        171 554 Nutzende

Online-Verhaltensänderungsprogramm:               734 Nutzende

10– 10 –

2.
Welche Webangebote (Webseiten, Apps, Newsletter, Social Media etc.) im Bereich Drogen- und Suchtarbeit, Prävention und von Drogen- und Suchteinrichtungen fördert oder unterstützt die Bundesregierung direkt oder indirekt, und welchen Drogen- und Suchtprojekten sind diese jeweils zugeordnet?

  1. Welche jährlichen Kosten verursachen diese Angebote jeweils von 2008 bis 2018, welche Kosten sind davon jeweils Online-Werbeausgaben?
  2. Welche dieser Kosten trägt jeweils die Bundesregierung, bzw. wie hoch ist die Förderung dieser Angebote jeweils im Jahr (bitte von 2008 bis 2018 angeben)?
  3. Welche einmaligen Kosten haben diese Angebote bei der Aufsetzung, Erstellung und beim letzten Relaunch jeweils verursacht, und in welchem Jahr sind diese angefallen?

Die Fragen 2 bis 2c werden gemeinsam beantwortet.

Nahezu alle geförderten Modell- und Forschungsprojekte im Drogen- und Suchtbereich verfügen heute über eine eigene Webseite. In den Antworten beschränkt sich die Bundesregierung auf die Projekte, deren zentrales Anliegen es ist, über digitale Angebote bestimmte Zielgruppen zu erreichen und diesem Personenkreis die benötigten Informations- und Hilfsangebote bereit zu stellen.

Die Projekte bringen regelmäßig Eigenmittel durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten der Zuwendungsempfänger sowie der Nutzung ohnehin vorhandener technischer und personeller Ressourcen ein. Alle übrigen Projektkosten trägt der Bund. Die vom Bund getragenen Projektkosten können der Anlage 2 entnommen werden. Online-Werbeausgaben sind im Rahmen der Projekte nicht angefallen.

  1. Welche Anzahl an Unique Visits hatten diese Angebote in den Jahren 2008 bis 2018 jeweils jährlich?

Soweit Nutzerauswertungen vorliegen, können Sie der folgenden Übersicht entnommen werden:

 

2015

2016

2017

2018

www.gemeinsaminitiativ.de

1.392

1.590

1.881

www.iris-plattform.de

571

7.058

www.klar-bleiben.de

2.454

9.368

www.besmart.info

105.307

131.709

www.elternberatung-sucht.de

39.800

43.100

44.800

Zahl liegt noch nicht vor

Für folgende Projekte liegen nur Gesamtzahlen vor:

“Checkpoint C”:

20 087

“OASIS-Online-Ambulanz für Internetsüchtige”:

35 907 Personen haben den Selbsttest auf der Internetseite durchgeführt. Die Zahl der Besucher liegt deutlich darüber. Eine konkrete Zahl liegt jedoch nicht vor.

11– 11 –

  1. Welche Anzahl an Page Impressions hatten diese Angebote in den Jahren 2008 bis 2018 jeweils jährlich?

Soweit Nutzerauswertungen vorliegen, können Sie der folgenden Übersicht entnommen werden:

 

2015

2016

2017

2018

www.gemeinsaminitiativ.de

4.067

5.995

4.933

www.iris-plattform.de

8.850

39.942

www.klar-bleiben.de

16.021

67.109

www.besmart.info

2.838.829

2.676.034

www.breaking-meth.de

19.000

19.000

24.000

Zahl liegt noch nicht vor

Für das Projekt “Checkpoint C” liegt nur eine Gesamtzahl für den gesamten Förderzeitraum (1. November 2016 bis 31. Dezember 2018) vor. In diesem Zeitraum gab es 378 173 Page Impressions.

  1. Welche Anzahl an Downloads und regelmäßigen Usern gibt es bei Apps jeweils pro Jahr von 2008 bis 2018?

Die von der Bundesregierung geförderte App “CheckPoint C” zur Crystal MethPrävention hat seit Entwicklung 2016 bis heute 4 221 Downloads erreicht.

  1. Welche Anzahl an Abonnenten gibt es bei Newslettern und anderen Direktkontaktdiensten jeweils, und wie oft werden jeweils Newsletter bzw. Nachrichten versendet, und welche Klick- bzw. Öffnungsraten gibt es?

Hierzu liegen Informationen nur aus dem Projekt “Breaking Meth” vor. Das Projekt hat ca. 1 000 Newsletter-Abonnenten. Der Newsletter wird im 3-Monats-

Rhythmus versandt. Informationen zu Klick- und Öffnungsraten liegen nicht vor.

  1. Welche Anzahl an Followern gibt es bei Social-Media-Profilen jeweils, wie hoch sind die Reaktionsraten und Views?

Hier liegen nur Informationen zu den Projekten “Crystal App” und “IRIS” vor:

 

Follower

(Facebook)

Views

(mtl. Schnitt)

Interaktionen

(mtl. Schnitt)

Crystal App

2.600

254

18

IRIS

117

  1. Durch welche Maßnahmen wird jeweils sichergestellt, dass die richtige Zielgruppe erreicht wird?

Hierzu wird auf die Antwort zu Frage 1h verwiesen. Für die geförderten Projekte gelten die dortigen Ausführungen gleichermaßen.

  1. Wie oft werden die Webangebote inhaltlich aktualisiert?

In allen Projekten erfolgen nicht zuletzt auch auf der Basis von Rückmeldungen der Nutzerinnen und Nutzer regelmäßige Aktualisierungen.

12– 12 –

  1. Durch welche Maßnahmen sind jeweils Datenschutz und Anonymität gewährleistet?

Die Zuwendungsempfänger haben die gesetzlichen Vorgaben zum Datenschutz in eigener Verantwortung zu beachten.

  1. Welcher Anzahl an Menschen konnte durch die jeweiligen Angebote in welcher Form geholfen werden?

Über die konkrete Zahl der Personen, denen die jeweiligen Angebote in welcher Form geholfen haben, liegen der Bundesregierung keine Daten vor.

  1. Bei welchen der eigenen bzw. geförderten Webangebote ist es seit 2008 zu Hacks, Datenverlusten oder der Ausnutzung von Sicherheitslücken durch Dritte gekommen, und welche Folgen hatte dies?

Der Bundesregierung liegen keine Informationen vor, dass geförderte Webangebote gehackt oder anderweitig Sicherheitslücken durch Dritte ausgenutzt wurden.

  1. Welche Onlinestrategie verfolgt die Bundesregierung in der Drogen- und Suchtarbeit sowie Prävention?
  2. Nach welchen Kriterien erstellt oder fördert die Bundesregierung neue und bestehende Webangebote?
  3. Welche neuen Webangebote plant die Bundesregierung in den nächsten fünf Jahren?
  4. Welche Webangebote sollen in den nächsten fünf Jahren eingestellt werden, und aus welchen Gründen?

Die Fragen 2n bis 2q werden gemeinsam beantwortet.

Die Drogen- und Suchtpolitik der Bundesregierung richtet sich an der “Nationalen Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik” aus. Wesentliche Säulen dieser Strategie sind die

  • Prävention,
  • Beratung und Behandlung, Hilfen zum Ausstieg sowie
    Maßnahmen zur Schadensreduzierung.

In diese Säulen gilt es die neuen Möglichkeiten digitaler Angebote zu integrieren und diese Maßnahmen zur Zielerreichung in geeigneter Form einzusetzen. Wesentlicher Bestandteil ist die Online-Strategie der BZgA. Sie umfasst entsprechend dem Mehrebenen-Ansatz von Kampagnen die enge Verzahnung der Web- angebote mit den entsprechenden Präventionsangeboten in Lebenswelten (personalkommunikativ) und in der Massenkommunikation. Die Webangebote zur Suchtprävention sind grundsätzlich zielgruppenspezifisch ausgerichtet und thematisieren entsprechend der epidemiologischen Datenbasis die in der Suchtprävention bevölkerungsweit relevanten Handlungsfelder. Neben der Bereitstellung von themenspezifischen, fachlich fundierten und objektiven Informationen bieten die Webangebote individuelle Beratungs- und Verhaltensänderungsprogramme. Mit interaktiven Angeboten (Selbst-, Wissenstests etc.) werden Selbstreflexionsprozesse initiiert. Die Online-Strategie der BZgA umfasst neben der Ansprache von Endzielgruppen auch spezifische Webangebote für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Hierbei spielen individuelle Beratungsmöglichkeiten für besondere Zielgruppen wie Eltern, pädagogische Fachkräfte etc. eine besondere Rolle. 13– 13

Social Media-Präsenzen ergänzen die Portale und sind eng mit ihnen verknüpft. Sie werden vorrangig für den direkten Austausch mit Zielgruppen bzw. zum Community-Building eingesetzt.

Die Entwicklung und der Einsatz digitaler Angebote erfordern von dem bestehenden System von Suchthilfe und Suchtprävention die Durchführung von Umstellungsprozessen. Um auch Länder, Kommunen und Träger der Suchthilfe bei diesem Veränderungsprozess zu unterstützen, fördert die Bundesregierung ab 1. März 2019 ein zweijähriges Modellprojekt. Ziel des Projektes ist die Entwicklung und Erprobung eines Curriculums, das die Grundlage für eine Qualifizierung der Suchthilfe im Prozess des digitalen Wandels bildet. Das modular aufgebaute Curriculum soll Möglichkeiten und Chancen digitaler Angebote aufzeigen, technische, ethische und datenschutzrechtliche Rahmenbedingungen deutlich machen sowie das Verständnis dafür bei den beteiligten Akteuren fördern. Die Praxistauglichkeit des zu entwickelnden Curriculums soll im Rahmen mehrerer Pilotveranstaltungen erprobt und das Curriculum ggf. auf der Basis der Rückmeldungen angepasst werden. Sämtliche Prozesse werden begleitend wissenschaftlich evaluiert. Die geschulten Personen kehren als “Digitale Lotsen” bzw. Multiplikatoren in ihre Einrichtungen zurück, setzen das theoretische Wissen in praxistaugliche digitale Angebote um und qualifizieren ihrerseits weitere Personen. Das Projekt greift damit den in der Anfrage zitierten Beitrag aus dem Drogen- und Suchtbericht 2018 “Im Fokus” auf. Das Projekt wird zu einer weiteren Entwicklung und Optimierung digitaler Angebote im Suchtbereich einen wichtigen Beitrag leisten.

Im Übrigen sieht sich die Bundesregierung insbesondere mit den vielfältigen Angeboten der BZgA zur Suchtprävention gut aufgestellt. Diese Angebote gilt es stetig den neuen Entwicklungen anzupassen und da, wo sich Bedarfe zeigen, neue Projekte auf den Weg zu bringen.