Medikamentenabhängigkeit bei Jugendlichen

BÜRGERSCHAFT

DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG     Drucksache 21/6145

21. Wahlperiode     04.10.16

Schriftliche Kleine Anfrage

des Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg (FDP) vom 27.09.16

und Antwort des Senats

    Betr.:     Medikamentenabhängigkeit bei Jugendlichen

Offenbar nimmt die Medikamentenabhängigkeit bei Jugendlichen in Hamburg zu. Gleichzeitig wird der Internetauftritt www.mitdenken-hamburg.de seit Jahren nicht mehr gepflegt: Derzeit findet sich auf der Startseite ein Eintrag betreffend 2013.

Ich frage den Senat:

  1. Wie viele medikamentenabhängige Jugendliche gab es jeweils am Jahresende 2011, 2012, 2013, 2014 und 2015?
  2. Um welche Art von Medikamenten geht es dabei?
  3. Wie hoch ist die vermutete Dunkelziffer in diesem Bereich?

Hierüber liegen der zuständigen Behörde keine Erkenntnisse vor.

Über die Anzahl der medikamentenabhängigen Jugendlichen für die genannten Jahre liegen der zuständigen Behörde keine statistischen Daten vor. Auch die von der zuständigen Behörde veranlasste SCHULBUS-Untersuchung liefert hierzu keine eindeutigen Aussagen.

  1. Welche Institutionen erhalten von der Freien und Hansestadt Hamburg oder von den Krankenkassen welche Zahlungen für Arbeit gegen Medikamentenmissbrauch?
  2. Was haben diese Institutionen im Jahre 2016 in diesem Bereich unternommen?

Sowohl die Fachstellen SUCHT.HAMBURG, die über eine Zuwendung der für Gesundheit zuständigen Behörde gefördert wird, als auch das SuchtPräventionsZentrum (SPZ) der für Schule zuständigen Behörde widmen sich im Rahmen ihrer allgemeinen Aufgabenstellungen auch dem Thema Medikamentenmissbrauch.

Außerdem werden im Rahmen von Beratungen und Fachveranstaltungen des LI zu den Schwerpunkten psychische Gesundheit, chronische Erkrankungen und Stressbewältigungsstrategien auch auf Medikamentenkonsum eingegangen.

Des Weiteren unterstützt das LI das Modellprojekt “Landungsbrücke – Übergänge meistern” der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG).

Über Planung, Durchführung und Mittelvergabe von Maßnahmen Dritter (zum Beispiel der Krankenkassen) liegen der zuständigen Behörde keine Informationen vor.

 

    Drucksache 21/6145      Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 21. Wahlperiode

  1. Welche Materialien stellen sie Interessenten wie und zu welchem Preis zur Verfügung?

Auf der Seite www.mitdenken-hamburg.de stehen zahlreiche Informationen kostenlos zum Download zur Verfügung. Für den allgemeinen Informationsbedarf zum Medikamentenmissbrauch wird auf die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) verwiesen, die umfangreiches Material zur Verfügung stellt.

Im schulischen Bereich wird zum richtigen Umgang mit Medikamenten für Eltern von Grundschulkindern die Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter http://www.kindergesundheit-info.de/themen/krankes-kind/imkrankheitsfall/medikamente/ empfohlen. In Beratungen zur Unterrichtsgestaltung in der Sekundarstufe I wird auf das Material der BZgA “Arzneimittel” unter http://www.bzga.de/infomaterialien/unterrichtsmaterialien/?idx=1087 hingewiesen. Für ältere Schülerinnen und Schüler eignen sich die Unterrichtsmaterialien der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) unter https://www.dguv-lug.de/ berufsbildende-schulen/suchtpraevention/medikamente-ge-und-missbrauch/. Im Übrigen siehe Antwort zu 4. und 5.

  1. Wieso wird der Internetauftritt www.mitdenken-hamburg.de seit mehr als drei Jahren nicht mehr gepflegt?

MIT-DENKEN wurde von Beginn an als zeitlich begrenzte Kampagne geplant. Ziel war es, Informationen zum Thema Medikamentenmissbrauch zu sammeln, zu bündeln und an Fachkräfte weiterzugeben. Da die Fachinformationen weiterhin Gültigkeit besitzen, besteht aktuell kein Bedarf an einer Überarbeitung.

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