Zahnzustand von Grundschulkindern

BÜRGERSCHAFT

DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG     Drucksache 21/66

21. Wahlperiode     17.03.15

Schriftliche Kleine Anfrage

des Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg (FDP) vom 10.03.15

und Antwort des Senats

    Betr.:     Zahnzustand von Grundschulkindern

Nach Medieninformationen nimmt in Schleswig-Holstein die Zahl der Grundschüler mit kariösen Zähnen zu.

Ich frage den Senat:

  1. Wie viele Grundschüler gab es am 31. Dezember 2014 in Hamburg?

Die Zahlen des Schuljahres 2014/2015 sind noch nicht veröffentlicht.

Im Schuljahr 2013/2014 gab es laut Schuljahresstatistik 59.063 Grundschülerinnen und Grundschüler; davon 308 Grundschülerinnen und Grundschüler in den Klassen 5 und 6 an den sechsjährigen Grundschulen.

  1. Wie oft sollen diese Kinder schulzahnärztlich untersucht werden? Bitte die einschlägige Vorschrift angeben.

Maßgebliche Rechtsgrundlage für die Tätigkeit des Schulzahnärztlichen Dienstes ist die Regelung des § 7 Absatz 5 des Hamburgischen Gesundheitsdienstgesetzes. Ergänzende Regelungen gibt es in § 34 Hamburgisches Schulgesetz und § 21 SGB V.

Im Übrigen wird auf Drs. 20/13110 verwiesen.

  1. Wie viele dieser Grundschüler wurden im Jahre 2014 schulzahnärztlich untersucht?
  2. Wie viele dieser untersuchten Grundschüler hatten zahnärztlichen Behandlungsbedarf?
  3. Wie hoch war der durchschnittliche DMFT-Index der untersuchten Grundschüler?
  4. Wie hoch waren die entsprechenden Zahlen am Jahresende 2012 und 2013 beziehungsweise in den Jahren 2012 und 2013? Falls Zahlen zum Jahresende beziehungsweise zum Kalenderjahr nicht verfügbar sind, bitte die Zahlen für die Schuljahre 2011/2012, 2012/2013 und 2013/2014 angeben.

Die schulzahnärztlichen Untersuchungen finden schuljahresbezogen statt. Die erfragten Zahlen finden sich in der nachfolgenden Tabelle. Diese Tabelle zeigt die Ergebnisse für die Klassenstufen 1 bis 4.

Für die Behandlungsbedürftigkeit und den durchschnittlichen DMFT-Index1 werden nur die Klassenstufen 1 und 4 herangezogen, da nur für diese eine valide Auswertung hinsichtlich der Unterscheidung zwischen Milchzahn- und Dauergebissen möglich ist. Die Ergebnisse beruhen bei den jüngeren Kindern (Klassenstufe 1) auf dem Gebiss-

    Drucksache 21/66      Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 21. Wahlperiode

zustand der Michzahngebisse, bei den älteren (Klassenstufe 4) auf dem der Dauergebisse.

alle Untersuchungen

2011-2012

2012-2013

2013-2014

Reihenuntersuchungen in den Klassenstufen 1 bis 4; insgesamt

32.877

36.112

40.389


         

 

Milchzahngebisse

2011-2012

2012-2013

2013-2014

Reihenuntersuchungen: Klassenstufe 1

12.116

12.831

14.277

davon behandlungs- bedürftig

3.391

3.309

3.441

DMFT (Durchschnitt)

1,9

1,7

1,7

              

Dauergebisse

2011-2012

2012-2013

2013-2014

Reihenuntersuchungen: Klassenstufe 4

7.093

8.495

9.717

davon behandlungs- bedürftig

658

569

679

DMFT (Durchschnitt)

0,4

0,3

0,3

1 DMFT steht als Abkürzung für die Beurteilung eines defekten bleibenden Zahnes, dabei bedeutet:

  • D = Decayed (kariös)
  • M = missed (fehlend)
  • F = filled (gefüllt – mit einer Zahnfüllung)
  • T = tooth (Zahn)

Ein Index von 1 bedeutet, dass von 28 bleibenden Zähnen – Weisheitszähne werden nicht berücksichtigt – ein Zahn entweder kariös, gefüllt oder fehlend ist.

Der DMFT-Index beträgt für Deutschland für 15-jährige Jugendliche 1,14 (Stand 2009), bei 35- bis 44-Jährigen 14,5, bei 65- bis 74-Jährigen 22,1 (Stand 2005).

dmft-Index

Den gleichen Index kann man für Milchzähne erheben, wobei zur Unterscheidung zu bleibenden Zähnen dieser Index mit Kleinbuchstaben bezeichnet wird.

Der dmft-Index beträgt für Deutschland bei sechs- bis siebenjährigen Kindern 1,87 (Stand 2009).

7. Sofern sich der Zahnzustand verschlechtert hat: Woran liegt das und was will der Senat dagegen tun?

Der Anteil der naturgesunden Zähne hat in den letzten zehn Jahren stetig zugenommen. 2