Warnungen vor Giftwolken in Fahrzeugen des HVV

BÜRGERSCHAFT

DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG     Drucksache 21/1290

21. Wahlperiode     21.08.15

Schriftliche Kleine Anfrage

des Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg (FDP) vom 13.08.15

und Antwort des Senats

    Betr.:     Warnungen vor Giftwolken in Fahrzeugen des HVV

Am Abend des 7. August 2015 kam es in Billbrook zu einem Chemieunfall. Von dort ausgehend verbreitete sich eine Giftwolke über große Teile des Stadtgebietes. Den Bürgern wurde in den betroffenen Stadtteilen geraten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Fahrgäste des HVV berichteten, dass in den Fahrzeugen des HVV auf diese Gefahr nicht hingewiesen wurde und sie so nach dem Aussteigen in die Giftwolke kamen.

Ich frage den Senat:

Zu dem beschriebenen Ereignis kam es am 6. August 2015. Der erste Notruf wurde am 6. August 2015 in der Rettungsleitstelle der Feuerwehr um 20:42:35 Uhr angenommen. Der exakte zeitliche Beginn des Schadstoffaustritts ist nicht bekannt. Am 7. August 2015 wurde um 2.30 Uhr die Warnstufe aufgehoben, da der Schadstoffaustritt gestoppt wurde und eine mögliche Gefährdung von Personen ausgeschlossen wurde.

Dies vorausgeschickt, beantwortet der Senat die Fragen teilweise auf Grundlage von Auskünften der Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN), der Deutschen Bahn AG (DB AG) und der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein AG (VHH) wie folgt:

  1. Inwieweit wurde am Abend des 7. August 2015 in den Fahrzeugen des HVV vor der Giftwolke gewarnt?
  2. Wurde den Fahrgästen geraten, an Haltestellen innerhalb des Gefahrengebietes nicht auszusteigen?
  3. Wann erfolgte der Chemieunfall und ab wann traten gefährliche Gase aus?
  4. Wann wurden die Fahrer von Bussen und Bahnen über die Gefahr informiert und wann wurden sie angewiesen, die Fahrgäste entsprechend zu warnen?

Nach erfolgter Absperrung der betroffenen Straßen im Gefahrengebiet durch die Polizei wurden die Busse umgeleitet. Ein Aussteigen an Haltestellen innerhalb des Gefahrengebietes wurde somit ausgeschlossen. Die Fahrgäste wurden mit Beginn der Umleitung über Durchsagen in den Bussen und über das soziale Netzwerk Twitter informiert.

Bei den Leitstellen der HOCHBAHN und der VHH ging die Meldung über den Vorfall um 20.51 Uhr ein. Unmittelbar danach wurden die Fahrgäste über die Umleitungen durch die Busfahrer informiert.

Ein Triebfahrzeugführer der S-Bahn meldete eine Rauchwolke in über 500 Meter Entfernung und damit außerhalb des Gefahrenbereiches.

    Drucksache 21/1290      Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 21. Wahlperiode

Im Übrigen siehe Vorbemerkung.

  1. Sind Fahrgäste des HVV oder Fahrer von HVV-Fahrzeugen durch die Giftwolke gesundheitlich geschädigt worden? Wieso wurde das nicht verhindert?

Gesundheitliche Schäden infolge des Ereignisses sind weder beim Fahrpersonal noch bei Fahrgästen der Busse und der S-Bahn Hamburg bekannt.

Sechs Mitarbeiter des Betriebshofs Billbrookdeich der HOCHBAHN wurden vorsorglich ärztlich untersucht.

  1. Wie wollen der HVV und seine Mitgliedsunternehmen künftig dafür sorgen, dass Fahrgäste und Mitarbeiter rechtzeitig vor solchen Gefahren gewarnt werden?

Die Leitstellen der Verkehrsunternehmen und die Betriebs- und Servicezentrale der S-Bahn Hamburg handeln in solchen Fällen auf Anweisung der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Je nach Gefahrensituationen werden Fahrgäste durch Ansagen gewarnt, Haltestellen nicht bedient oder Streckenabschnitte gesperrt.

 

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