Sperrungen von Räumen der Chemie-Institute wegen Brandschutz

BÜRGERSCHAFT

DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG     Drucksache 21/9921

21. Wahlperiode     01.08.17

Schriftliche Kleine Anfrage

des Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg (FDP) vom 24.07.17

und Antwort des Senats

    Betr.:     Sperrungen von Räumen der Chemie-Institute wegen Brandschutz

Ich frage den Senat:

Der Senat beantwortet die Fragen teilweise auf der Grundlage von Auskünften der Universität Hamburg (UHH) wie folgt:

  1. Wann wurden welche Räume der Chemie-Institute gesperrt?

Die Gebäude der Anorganischen Chemie, der Organischen Chemie, der Biochemie und der Angewandten Analytik wurden am 21. Juli 2017 um 18 Uhr außer Betrieb genommen.

  1. Wie lange wird die Sperrung andauern?

Die Gebäude sind am 31. Juli 2017 wieder in Betrieb genommen worden.

  1. Aus welchem Grunde erfolgte die Sperrung?

Die zuständige Behörde als Eigentümerin und die UHH als Betreiberin haben aufgrund der Ergebnisse neuer brandschutztechnischer Untersuchungen gemeinsam entschieden, die oben genannten Gebäude vorsorglich außer Betrieb zu nehmen.

  1. Welche Lehrveranstaltungen müssen deshalb ausfallen?

Die Praktika „Chemie im Alltag“ und „Biochemie der RNA“ wurden unterbrochen. Es ist geplant, die ausgefallenen Tage nachzuholen.

  1. Welche Ausweichmöglichkeiten stehen den Mitarbeitern und Studenten zur Verfügung?

Innerhalb der UHH bestehen aufgrund der speziellen Nutzung und der damit verbundenen besonderen Anforderungen an die Räumlichkeiten keine Ausweichmöglichkeiten.

Im Übrigen siehe Antwort zu 2.

  1. Warum wurden die Mängel beim Brandschutz nicht schon viel früher entdeckt und behoben?

Die Feuerwehr Hamburg führt in den Gebäuden des Fachbereichs Chemie der Universität Hamburg, wie auch in anderen Gebäuden von Instituten und Hochschulen, Brandverhütungsschauen (BVS) durch. Bei den BVS werden wesentliche Elemente des vorbeugenden und abwehrenden Brandschutzes wie Rettungswege, Brandabschnittstrennungen und Ähnliches geprüft, um sichtbare brandschutztechnische Mängel festzustellen. Die Prüfung der technischen Gebäudeausrüstung wie Brandmeldeanlagen, Löschanlagen, Rauchabzugsanlagen und raumlufttechnischer Anlagen erfolgt durch behördlich anerkannte Prüfsachverständige nach Prüfverordnung. Die entsprechenden Prüfnachweise werden im Rahmen der Brandverhütungsschau eingesehen.

    Drucksache 21/9921      Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 21. Wahlperiode

Die nunmehr bekannt gewordenen Mängel wurden im Rahmen von umfassenden Bauteilöffnungen festgestellt. Da Brandverhütungsschauen im regulären Betriebszustand durchgeführt werden, waren die Mängel für die Feuerwehr bisher nicht erkennbar.

  1. Welche Räume anderer Institute wurden wann auf Brandschutz untersucht? Mit welchem Ergebnis?

Siehe Anlage. Zusätzlich zu den dort genannten Objekten werden Nutzungseinheiten von Hochschulen im Rahmen von Brandverhütungsschauen überprüft, die sich in geringem Umfang in anderen BVS-pflichtigen Objekten befinden (Mischnutzungen). Eine differenzierte Aufstellung dieser Liegenschaften liegt der Feuerwehr Hamburg nicht vor, da einzelne Räume oder Nutzungseinheiten nicht erfasst werden.

Über durchgeführte BVS werden Niederschriften gefertigt, in denen sichtbare brandschutztechnische Mängel dokumentiert sind. Diese Ergebnisse liegen nicht digital vor. Die Ergebnisse der BVS müssten händisch ausgewertet werden. Dies ist in der für diese Schriftliche Kleine Anfrage zur Beantwortung zur Verfügung stehenden Zeit nicht möglich.

  1. Gab es Verschärfungen bei den Anforderungen an Brandschutz?

Nein.

  1. Welche Brandfälle gab es in den letzten zehn Jahren an den ChemieInstituten?

In den letzten zehn Jahren ist es gemäß Angaben der UHH in den Chemie-Instituten zu keinem Brandfall gekommen. Es fand in einem Fall eine Destillen-Verpuffung in einem Digestorium (Laborabzug) statt.

2

    Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 21. Wahlperiode     Drucksache 21/9921

Anlage

Im Einzelnen wurden an folgenden im Verwaltungsvermögen der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung befindlichen Gebäuden BVS durchgeführt:

Lfd. Nr.

Datum

Adresse / Bezeichnung BVS-Datenbank

1

09.08.2012

Rothenbaumchaussee 45

2

01.09.2012

Harvestehuder Weg 10-12

3

01.09.2012

Harvestehuder Weg 12

4

13.09.2012

Allende-Platz 2

5

14.09.2012

Allende-Platz 1

6

27.09.2012

Von-Melle-Park 9

7

10.10.2012

Ulmenliet 20

8

30.10.2012

Eißendorfer Straße 38

9

30.10.2012

Eißendorfer Straße 40-42

10

31.10.2012

Denickestraße 15-17

11

31.10.2012

Denickestraße 22

12

01.11.2012

Harburger Schloßstraße 20

13

01.11.2012

Harburger Schloßstraße 36

14

07.11.2012

Von-Melle-Park 11

15

08.11.2012

Von-Melle-Park 8

16

15.11.2012

Von-Melle-Park 5

17

22.11.2012

Wartenau 15

18

27.11.2012

Von-Melle-Park 3

19

25.01.2013

Kasernenstraße 10

20

24.06.2013

Jungiusstraße 9-9a

21

24.06.2013

Jungiusstraße 9-11

22

04.07.2013

Edmund-Siemers-Allee 1

23

05.07.2013

Schlüterstraße 70

24

11.07.2013

Mollerstraße 2 – 4

25

11.07.2013

Mollerstraße 10

26

12.07.2013

Feldbrunnenstraße 70

27

28.10.2013

Olbersweg 24

28

27.11.2013

Von-Melle-Park 6

29

19.12.2013

Bundesstraße 55

30

10.02.2014

Bundesstraße 53

31

13.02.2014

Neue Rabenstraße 13

32

03.03.2014

Grindelallee 117-119

33

14.03.2014

Neßpriel 5

34

05.05.2014

Sedanstraße 19

35

17.06.2015

Von-Melle-Park 2

36

07.07.2015

Armgartstraße 24

37

16.07.2015

Ohnhorststraße 18

38

28.07.2015

Lerchenfeld 2

39

23.10.2015

Martin-Luther-King-Platz 6 – Autoklavenbunker

40

23.10.2015

Martin-Luther-King-Platz 6 – SHL

41

23.10.2015

Martin-Luther-King-Platz 6 – ZBH

42

08.12.2015

Bundesstraße 45

43

05.01.2016

Finkenau 35

44

25.02.2016

Berliner Tor 5-21

45

03.11.2016

Rothenbaumchaussee 33

46

30.11.2016

Luruper Chaussee 149

47

30.11.2016

Luruper Chaussee 149 – Notkestieg 1

48

10.04.2017

Grindelallee 48

49

19.04.2017

Vogt-Kölln-Straße 30

50

03.05.2017

Martin-Luther-King-Platz 3

 

         3