Sperrung der Linksabbiegespur Bramfelder Straße Richtung Drosselstraße

BÜRGERSCHAFT

DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG     Drucksache 21/3437

21. Wahlperiode     04.03.16

Schriftliche Kleine Anfrage

der Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg und Michael Kruse (FDP) vom 25.02.16

und Antwort des Senats

Betr.:     Sperrung der Linksabbiegespur Bramfelder Straße Richtung Drosselstraße

Die zuständigen Behörden planen, das Linksabbiegen von der Bramfelder Straße in die Drosselstraße zu verbieten. Damit sollen Unfälle beim Linksabbiegen in der Gegenrichtung (Bramfelder Straße Richtung Krausestraße) verhindert werden. Dadurch wird jedoch zusätzlicher Verkehr auf den Ausweichstrecken verursacht. Es sollte zumindest geprüft werden, ob nicht eine andere Ampelschaltung besser wäre.

Wir fragen den Senat:

Die Planung, die Linksabbiegebeziehung von der Bramfelder Straße in die Drosselstraße aufzuheben, beruht auf einer eingehenden Analyse der Unfalllage und -ursachen an der Ampelkreuzung Bramfelder Straße/Drosselstraße/Krausestraße durch die Unfallkommission. Im Rahmen der Beratungen der Unfallkommission wurde auch die Verkehrssituation im Umfeld betrachtet und eine Veränderung der Ampelschaltung geprüft.

Dies vorausgeschickt, beantwortet der Senat die Fragen wie folgt:

  1. Wie viele Fahrzeuge biegen pro Werktag durchschnittlich von der Bramfelder Straße links in die Drosselstraße beziehungsweise die Krausestraße ab? Bitte getrennt angeben.

Der für Verkehrszählungen zuständigen Behörde liegen keine Daten zur durchschnittlichen werktäglichen Anzahl der Linksabbieger von der Bramfelder Chaussee in die Drosselstraße und die Krausestraße vor. Bei einer Einzelzählung der Verkehrsströme am Knotenpunkt wurden am 11. Februar 2003 folgende Tageswerte für diese Fahrbeziehungen ermittelt:

Anzahl der Linksabbieger von der

Bramfelder Straße in die Drosselstraße

Anzahl der Linksabbieger von der

Bramfelder Straße in die Krausestraße

950 Kfz./24 Std.

2.560 Kfz./24 Std.

Die ermittelten Werte entsprechen zwei – drei Linksabbiegern in die Drosselstraße beziehungsweise sechs – sieben Linksabbiegern in die Krausestraße in einem 90Sekunden-Ampelumlauf während der Spitzenzeit.

  1. Wie viele Unfälle gab es bei diesen Linksabbiege-Vorgängen in den Jahren 2014 und 2015?

In den Jahren 2014 und 2015 ereigneten sich insgesamt drei Verkehrsunfälle beim Linksabbiegen von der Bramfelder Straße in die Drosselstraße und drei Verkehrsunfälle beim Linksabbiegen in die Krausestraße.

    Drucksache 21/3437      Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 21. Wahlperiode

  1. Handelt es sich bei dieser Kreuzung um einen Unfallschwerpunkt?

    Wenn ja: bitte statistische Begründung und Angabe, bei welchem Verkehr sich die Unfälle ereignen.

Nach den Kriterien des „Merkblattes zur örtlichen Unfalluntersuchung in Unfallkommissionen“ (MUko) handelt es sich bei diesem Knoten um eine Unfallhäufungsstelle. Die letzte Überprüfung des Knotens erfolgte im Jahr 2015. Dabei wurden die Verkehrsunfälle vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2014 (36 Monate) ausgewertet. In diesem Zeitraum ereigneten sich 14 Verkehrsunfälle mit Personenschaden. Damit wurde der in der MUko festgelegte Grenzwert für Unfallhäufungsstellen von fünf Verkehrsunfällen mit Personenschaden in 36 Monaten überschritten. Andere Merkmale, wie zum Beispiel Unfalltypen, finden bei dieser Prüfung keine Berücksichtigung. Im Übrigen siehe Vorbemerkung.

Verkehrsunfälle mit Personenschaden nach Unfalltypen:

Jahr

2012

2013

2014

Gesamtzahl der Unfälle

Abbiege-Unfall

3

2

1

6

Einbiegen-/Kreuzen-Unfall

2

1

3

Fahrunfall

1

1

2

Sonstiger Unfall

1

1

Unfall im Längsverkehr

1

1

2

Gesamtzahl der Unfälle

7

4

3

14

  1. Wieso kann ein Verbot des Linksabbiegens von der Bramfelder Straße in die Drosselstraße die Zahl der Unfälle verringern?

Das Verbot des Linksabbiegens in die Drosselstraße vermeidet die Konflikte, die zu Verkehrsunfällen geführt haben. Zudem werden dadurch auch die Sichtverhältnisse für den gegenläufigen Linksabbieger in die Krausestraße im Knotenpunktbereich wesentlich verbessert.

  1. Wieso kann eine andere Ampelschaltung, zum Beispiel getrennte Freigabe der beiden oben genannten Linksabbiegemöglichkeiten, nicht den gleichen oder gar besseren Effekt bei der Unfallvermeidung erzielen?

Die Ampelanlage Bramfelder Straße/Krausestraße/Drosselstraße ist in eine verkehrsadaptive Netzsteuerung eingebunden, die die verkehrsabhängigen Signalsteuerungen mehrerer Knotenpunkte koordiniert und dadurch deren Leistungsfähigkeit steigert. Die verkehrsabhängige Signalsteuerung am Knotenpunkt Bramfelder Straße/Krausestraße/Drosselstraße wird zudem für die Busbeschleunigung genutzt. Eine Ampelschaltung mit separaten Phasen für die Linksabbieger aus der Bramfelder Straße würde zu Einschränkungen der vorhandenen flexiblen verkehrsabhängigen Steuerung sowie erhöhten Wartezeiten für alle Verkehrsteilnehmer und deutlichen Leistungsverlusten führen. Insofern wurde die Linksabbiegemöglichkeit in Fahrtrichtung Nordwesten von der Bramfelder Straße in die Drosselstraße an die südlich gelegenen Knoten Bramfelder Straße/Steilshooper Straße und Bramfelder Straße/Fuhlsbüttler Straße verlagert, an denen eigene Phasen für Linksabbieger in diese Fahrtrichtung vorhanden sind, die über Leistungsreserven verfügen. Über die Fuhlsbüttler Straße und die Steilshooper Straße wird die Drosselstraße zudem auf einer kürzeren Route erreicht als über den Knoten Bramfelder Straße/Krausestraße/Drosselstraße. Zur Verdeutlichung der neuen Verkehrsführung wird eine Hinweistafel für die Verkehrsteilnehmer aufgestellt.

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