Platzsparende Fahrradständer

BÜRGERSCHAFT

DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG     Drucksache 21/4020

21. Wahlperiode     19.04.16

Schriftliche Kleine Anfrage

des Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg (FDP) vom 11.04.16

und Antwort des Senats

    Betr.:     Platzsparende Fahrradständer

In Hamburg werden in der Regel einfache Fahrradständer verwendet. Dadurch wird pro Fahrrad recht viel Platz benötigt, der im Hamburger Straßenraum oft knapp ist. In anderen Städten gibt es häufig Doppelstockparker und andere platzsparende Fahrradständermodelle.

Ich frage den Senat:

Sicheres und komfortables Fahrradparken erfordert die Möglichkeit, Fahrräder so abzustellen, dass sie sich nicht untereinander verhaken und der Fahrradrahmen an den Fahrradständer angeschlossen werden kann. Hierfür haben sich Anlehnbügel bewährt, an denen jeweils zwei Fahrräder angeschlossen werden können.

Der Abstand der Anlehnbügel richtet sich nach der Wechselfrequenz der Fahrräder.

So beträgt der Achsabstand bei geringer Wechselfrequenz (zum Beispiel bei Bike+Ride-Anlagen) platzsparende 1 m und bei häufiger Wechselfrequenz (zum Beispiel in Geschäftsstraßen) 1,20 m bis 1,50 m.

Dies vorausgeschickt, beantwortet der Senat die Fragen teilweise auf der Grundlage von Auskünften der Park+Ride-Betriebsgesellschaft mbH wie folgt:

  1. Welche Modelle platzsparender Fahrradständer gibt es?

Siehe Drs. 20/14485.
Neben den einzelnen Modellen kann bei geringer Parkwechselfrequenz auch der Achsabstand der Anlehnbügel von derzeit 1,20 m bis 1,50 m auf 1 m reduziert werden. Platzsparende Modelle gibt es in Hoch-Tief-Aufstellung sowie in Doppelstockparkanlagen. Die Hoch-Tief-Aufstellung ist aus Nutzersicht kritisch zu beurteilen (Beschädigung der Felgen, Verhaken der Lenker, keine oder kaum mögliche Anschließmöglichkeit des Fahrradrahmens). Die Doppelstockparkanlagen sollten aufgrund ihres Erscheinungsbildes nur an städtebaulich weniger sensiblen Standorten aufgestellt werden. Damit ist deren Einsatzbereich eingeschränkt.

  1. Wie groß ist bei diesen Modellen jeweils die Platzersparnis gegenüber einfachen Fahrradständern?

Die unterschiedlichen Abstellplatztypen haben folgenden spezifischen Flächenbedarf (ohne zugehörige Verkehrsflächen) je abgestelltes Fahrrad:

Abstellplatztyp

Flächenbedarf Rad/m2 Grundfläche

Anzahl

Räder / 100 m2 Grundfläche

Doppelstock hoch/tief

1,03 – 1,05

100

Hoch-Tief-Aufstellung

0,5 – 0,6

55

Ebenerdig (mit Anlehnbügel)

0,4 – 0,5

45

    Drucksache 21/4020      Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 21. Wahlperiode

Die Platzersparnis bei der Hoch-Tief-Aufstellung ist vergleichsweise gering.

  1. Wie viele platzsparende Fahrradständer gibt es derzeit in Hamburg? Bitte nach Modellen und Bezirken aufschlüsseln.

Platzsparende Modelle in Form von Doppelstockparkanlagen sind bei der Umsetzung des Bike+Ride-Entwicklungskonzeptes (Drs. 20/14485) eine mögliche Alternative bei wenig zur Verfügung stehender Fläche.

Am Bahnhof Altona ist eine solche Doppelstockparkanlage mit 20 Stellplätzen bereits aufgestellt worden. An der S-/U-Bahn-Haltestelle Berliner Tor gibt es eine Abstellanlage in Hoch-Tief-Aufstellung. Am Bahnhof Bergedorf gibt es im Fahrradparkhaus eine Doppelstockparkanlage mit circa 500 Stellplätzen.

  1. Welche Kosten entstehen durch den Austausch eines einfachen Fahrradständers gegen ein platzsparendes Modell? Bitte nach Modellen aufschlüsseln.

Die Kosten für den Rückbau eines einfachen Fahrradständers können nicht pauschal beziffert werden, da der Aufwand von zahlreichen Faktoren abhängt, wie zum Beispiel der Art der Verankerung, der Bodenbefestigung sowie der Anzahl und Synergieeffekten im Rahmen der Gesamtmaßnahme. Im Übrigen siehe Drs. 20/14485.

  1. Wie viele platzsparende Fahrradständer werden in diesem Jahr in Hamburg aufgestellt werden? Bitte nach Bezirken und Modellen aufschlüsseln.

Im Zuge der Umsetzung des Bike+Ride-Entwicklungskonzeptes wird an allen Standorten zunächst der Achsabstand ebenerdiger Fahrradbügel auf 1 m verringert. An geeigneten Standorten werden zusätzlich auch Doppelstockparkanlagen aufgestellt. Gemäß bisheriger Planung ist vorgesehen, im Jahr 2016 an folgenden Stationen Doppelstockparkanlagen aufzustellen:

  • Bezirk Altona: Othmarschen (in Sammelschließanlage für 20 Fahrräder)
  • Bezirk Eimsbüttel: Hoheluftbrücke
  • Bezirk Wandsbek: Ohlstedt, Wandsbek Gartenstadt

Die genaue Anzahl der Doppelstockparker ist derzeit noch in Abstimmung.

6. Wie viele der neu aufzustellenden platzsparenden Modelle ersetzen einfache Fahrradständer?

In vielen Fällen wird es keinen unmittelbaren Tausch zwischen den vorhandenen Fahrradständern und den platzsparenden Modellen geben können. Vielmehr ist eine Gesamtbetrachtung der zur Verfügung stehenden Fläche und des Einsatzes platzsparender Modelle erforderlich. Ziel bei der Umsetzung des Bike+Ride-Entwicklungskonzeptes ist es, auf den zur Verfügung stehenden Flächen die erforderliche Anzahl von Abstellplätzen zu optimieren. Bei neu hinzukommenden Flächen wird vornherein der platzsparende Ansatz zugrunde gelegt. Eine exakte Aussage ist somit nicht möglich. 2