Masern, Mumps, Keuchhusten, Windpocken

BÜRGERSCHAFT

DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG     Drucksache 21/5449

21. Wahlperiode     09.08.16

Schriftliche Kleine Anfrage

des Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg (FDP) vom 01.08.16

und Antwort des Senats

    Betr.:     Masern, Mumps, Keuchhusten, Windpocken

Nach einem Medienbericht haben sich die Erkrankungen bestimmter spezifischer Infektionen in Hamburg unterschiedlich entwickelt.

Ich frage den Senat:

  1. Wie viele Fälle von Masern gab es in den Jahren 2011 – 2015 in Hamburg? Bitte nach Jahren aufschlüsseln.
  2. Wie viele Fälle von Mumps gab es in den Jahren 2011 – 2015 in Hamburg? Bitte nach Jahren aufschlüsseln.
  3. Wie viele Fälle von Keuchhusten gab es in den Jahren 2011 – 2015 in Hamburg? Bitte nach Jahren aufschlüsseln.
  4. Wie viele Fälle von Windpocken gab es in den Jahren 2011 – 2015 in Hamburg? Bitte nach Jahren aufschlüsseln.

Siehe die infektionsepidemiologischen Jahrbücher auf der Homepage des Robert Koch-Instituts (www.rki.de).

  1. Wie erklären sich der Senat beziehungsweise die zuständige Behörde die Entwicklung der Krankheitshäufigkeit bei diesen vier Erkrankungen?

Infektionskrankheiten unterliegen regelmäßigen Schwankungen, die schwerpunktmäßig in einzelnen Regionen auftreten können, wie zum Beispiel im vergangenen Jahr der Masernausbruch in Berlin, oder bundesweit prozentual vergleichbaren Fallzahlveränderungen unterliegen. Die deutliche Steigerung der Fallzahlenentwicklung bei Windpocken kann daneben in einer stetigen Verbesserung des Meldeverhaltens begründet sein (Meldepflicht erst seit 2. Quartal 2013).

  1. Wie viel Prozent der Hamburger waren in den Jahren 2011 – 2015 gegen diese vier Krankheiten geimpft? Bitte nach Jahren aufschlüsseln.

Daten zum Durchimpfungsgrad der Bevölkerung liegen der zuständigen Behörde nicht vor. Diese könnten nur durch eine aufwändige wissenschaftliche Untersuchung oder Sondererhebung mit erheblichem finanziellem Aufwand erhoben werden. Im Übrigen siehe Drs. 20/11709.

Aktuelle und belastbare Daten, die Aufschluss über den Durchimpfungsgrad geben können, existieren nur für die Gruppe der einzuschulenden Kinder, die der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung anhand vorgelegter Impfausweise gemäß den Bestimmungen § 34 Absatz 5 des Hamburgischen Schulgesetzes (HmbSG) erfasst.

Für die Schuljahrgänge 2011/2012 bis 2014/2015 stellen sich die Impfquoten wie folgt dar:

    Drucksache 21/5449      Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 21. Wahlperiode

Tabelle 2: Impfschutz in Hamburg einzuschulender Kinder

Impfschutz

 

Schuljahrgang

2011/2012

 

Schuljahrgang

2012/2013

 

Schuljahrgang

2013/2014

 

Schuljahrgang 2014/2015

Pertussis

 

94,0

 

93,9

 

93,9

 

94,1

Masern

 

92,1

 

92,9

 

93,1

 

93,3

Mumps

 

91,7

 

92,5

 

92,6

 

93,0

Varizellen

 

72,1

 

82,1

 

84,4

 

85,8

Quelle: BGV

Die Auswertung für den Schuljahrgang 2015/2016 ist noch nicht abgeschlossen.

7. Was unternehmen der Senat beziehungsweise die zuständige Behörde oder die Bezirksämter gegen diese Erkrankungen beziehungsweise für eine häufigere Teilnahme an Impfungen?

Die zuständige Behörde führt auch in diesem Jahr vom 1. September 2016 bis 15. Oktober 2016 mit Unterstützung der Landeskonferenz Versorgung eine Masernkampagne durch, um über die Masernimpfung zu informieren und die Impfquote weiter zu erhöhen. Um auch Menschen ohne Deutschkenntnisse oder mit geringen Sprachkompetenzen zu erreichen, wurde der Informationsflyer aus dem vergangenen Jahr in Englisch, Türkisch, Polnisch, Farsi, Arabisch, Russisch sowie in die Leichte Sprache übersetzt. Ansonsten siehe die Drs. 21/14 und 21/2111.

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