HVV-Garantie kundenfreundlich gestalten

BÜRGERSCHAFT

DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG     Drucksache 21/9639

21. Wahlperiode     28.06.17

 

Antrag

der Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg, Katja Suding,

Anna-Elisabeth von Treuenfels, Michael Kruse, Jens Meyer (FDP) und Fraktion

    Betr.:     HVV-Garantie kundenfreundlich gestalten

Der HVV wirbt mit einer sogenannten HVV-Garantie. Diese ist allerdings unzureichend: Sie greift erst bei einer Verspätung von mehr als 20 Minuten, es wird nur der halbe Fahrpreis erstattet und entsprechende Forderungen der Kunden müssen innerhalb von drei Tagen angemeldet werden.

Die Auszahlung ist ebenfalls sehr kundenunfreundlich gestaltet. Die Kunden erhalten einen Beleg, den sie zusammen mit ihrer Fahrkarte persönlich in einer HVVServicestelle einreichen müssen. Bei Beträgen ab 5 Euro muss sogar ein Ausweis vorgezeigt werden. Die HVV-Garantie wird generell nur in bar ausgezahlt, weitere Auszahlungsmöglichkeiten sind nicht vorgesehen.

Eine solche restriktive Gewährung von Ausgleichszahlungen entspricht weder dem Begriff „Garantie“ noch dem „ganz besonderen Versprechen: „Pünktlich oder Geld zurück““. Sie ist auch nicht geeignet, das Vertrauen in den HVV und damit den Umstieg vom Auto zu fördern.

Die Bürgerschaft möge daher beschließen:

Der Senat wird ersucht, darauf hinzuwirken, dass die HVV-Garantie wie folgt verbessert wird:

  1. Die Zahlung erfolgt bereits bei einer Verspätung von zehn Minuten.
  2. Der Fahrpreis wird wie folgt erstattet, jedoch maximal bis zum vollen Kaufpreis der jeweiligen Fahrkarte:
    1. Bei Einzelkarten wird der volle Fahrpreis erstattet,
    2. bei Tages- und Gruppenkarten pro Verspätung der halbe Fahrpreis,
    3. bei Wochenkarten pro Verspätung und Tag 1/7 des Ticketpreises,
    4. bei Monatskarten pro Verspätung und Tag 1/30 des Ticketpreises.
  3. Der Fahrpreis wird auch erstattet, wenn ein Fahrzeug zu früh fährt.
  4. Die Anmeldung der Forderung kann innerhalb vier Wochen nach dem Ereignis erfolgen.
  5. Die Auszahlung erfolgt in bar, auf ein Girokonto oder mit weiteren Auszahlungsmöglichkeiten. Ein persönliches Erscheinen der Kunden in einer Servicestelle ist nicht notwendig.
  6. Weiter wird der Senat ersucht, bis zum 29. September 2017 über die Umsetzung der Verbesserungen zu berichten.