Hochschulpaktmittel (2)

BÜRGERSCHAFT

DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG     Drucksache 21/3604

21. Wahlperiode     15.03.16

Schriftliche Kleine Anfrage

des Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg (FDP) vom 09.03.16

und Antwort des Senats

    Betr.:     Hochschulpaktmittel (2)

Die Antworten des Senates auf meine Kleine Anfrage Drs. 21/3480 geben Anlass zu Nachfragen.

Ich frage den Senat:

  1. Wie ist es zu erklären, dass sich Senatorin Fegebank öffentlich über 78 Millionen Euro Hochschulpaktmittel freut, der Senat aber auf meine Anfrage mitteilt, dass im Jahre 2015 vom Bund nur 55 Millionen gezahlt wurden?

Die in der Pressemeldung vom 25. Februar 2016 genannte Zahl von 78 Millionen Euro bezieht sich – wie dort genannt – auf das laufende Jahr. Die in der Drs. 21/3480 genannte Zahl bezieht sich – wie dort vermerkt – auf das Jahr 2015.

  1. Wie ist es zu erklären, dass die Zahlungen des Bundes seit 2012 ständig und drastisch sinken? Wurden in Hamburg verglichen mit anderen Bundesländern weniger Studienplätze geschaffen?

Der Höchstwert der Bundeszahlungen im Jahr 2012 erklärt sich zum einen aus den zusätzlichen Anstrengungen der Hamburger Hochschulen zur Bewältigung des doppelten Abiturjahrgangs in Hamburg im Jahr 2010, der 2012 entsprechende Zahlungen des Bundes zur Folge hatte, sowie aus den zusätzlichen Anstrengungen, die aus der Aussetzung von Wehrpflicht und Zivildienst (2011) resultierten.

Mit den nach Prognose der Kultusministerkonferenz zu erwartenden Studienanfängerzahlen im Rahmen des Hochschulpakt III werden sich die Bundesmittel 2016 und 2017 temporär wieder erhöhen (siehe Drs. 21/3282).

Hamburg hat von 2005 bis 2015 die Studienanfängerzahlen um 43,8 Prozent erhöht. Dies ist ein überdurchschnittlicher Wert (Bundesdurchschnitt: 39 Prozent). Nur die Länder Berlin (61,5 Prozent), Nordrhein-Westfalen (52,9 Prozent), Niedersachen (49,4 Prozent) und Bayern (47,5 Prozent) weisen höhere Steigerungsraten auf.

  1. Warum erhält die Staats- und Universitätsbibliothek schnell zunehmend Mittel aus dem Hochschulpakt, obwohl diese keine neuen Studienplätze geschaffen und daher auch keine Hochschulpaktmittel ausgelöst hat?

Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg (SUB) ist eine zentrale Bibliothek der Hamburger Hochschulen. Steigende Studienanfängerzahlen führen auch in der SUB zu einem erhöhten Bedarf an bibliothekarischen Dienstleistungen, dem die SUB mit diversen Maßnahmen entspricht. Dazu gehört eine erhöhte Zahl an Gruppenarbeitsplätzen oder die Ausweitung der Öffnungszeiten. Die erhöhte Mittelzuweisung aus dem Hochschulpakt im Jahr 2015 ist durch eine einmalige Zahlung in Höhe von 800.000 Euro für die Optimierung der elektronischen Literaturbereitstellung begründet.

    Drucksache 21/3604      Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 21. Wahlperiode

4. Wie viele zusätzliche Studienanfänger gab es 2011 – 2015 an den Hamburger staatlichen Hochschulen verglichen mit dem Bezugsjahr 2005 (analog meiner Frage 4. b. in der Drs. 21/3480 betreffend die privaten Hochschulen)? Bitte für die Jahre 2011 – 2015 und nach Hochschulen aufschlüsseln.

 

Studienanfänger/-innen im 1. Hochschulsemester

 

 

Differenz zum Basisjahr 2005

Öffentliche staatliche

Hochschulen

2005

2011

2012

2013

2014

2015

Universität Hamburg

5.151

1.494

1.180

866

864

1.023

Technische Universität Hamburg-Harburg

926

642

564

644

661

743

HafenCity Universität

0

515

447

485

444

383

Hochschule für Angewandte Wissenschaften

2.353

936

580

319

397

567

Hochschule für bildende Künste Hamburg

125

-11

43

-1

-13

0

Hochschule für Musik und Theater Hamburg

88

62

75

62

63

75

 

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