Geburtsstatistik

BÜRGERSCHAFT

DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG     Drucksache 21/3265

21. Wahlperiode     23.02.16

Schriftliche Kleine Anfrage

des Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg (FDP) vom 15.02.16

und Antwort des Senats

    Betr.:     Geburtsstatistik

Erfreulicherweise steigen die Geburtenzahlen in Hamburg. Dies dürfte allerdings zum Teil daran liegen, dass Frauen aus dem Umland zunehmend in Hamburg gebären. Außerdem entsteht der Eindruck, dass unter den Neugeborenen zunehmend gesundheitliche Beeinträchtigungen festzustellen sind.

Ich frage den Senat:

Der Senat beantwortet die Fragen teilweise auf der Grundlage von Auskünften einzelner Hamburger Krankenhäuser mit Geburtshilfen wie folgt:

  1. Wie viele Kinder wurden in den Jahren 2011 – 2015 in Hamburg geboren? Bitte nach Jahren aufschlüsseln

In den Hamburger Krankenhäusern und im Geburtshaus geborene Kinder (ohne Totgeburten):

Krankenhaus

2011

2012

2013

2014

2015

Krankenhäuser insgesamt

20.186

21.097

21.538

22.867

23.996

Geburtshaus Hamburg

125

146

164

144

155

Einrichtungen insgesamt

20.311

21.243

21.702

23.011

24.151

Quelle: BGV/Krankenhäuser und Krankenhausträger

  1. Bei wie vielen dieser Kinder hatte die Mutter ihren Hauptwohnsitz in Hamburg? Bitte ebenfalls nach Jahren aufschlüsseln.

Lebendgeborene Kinder, bei denen die Mutter in Hamburg gemeldet war

2011 – 2014

Jahr

Anzahl

2014

19 039

2013

18 137

2012

17 706

2011

17 125

Quelle: Statistikamt Nord, Geburtenstatistik

Daten für das Jahr 2015 liegen erst ab Frühsommer 2016 vor.

  1. Wie war in diesen Jahren das Durchschnittsalter der Gebärenden? Bitte ebenfalls nach Jahren aufschlüsseln.

Die Daten zum Durchschnittsalter der Gebärenden in Hamburg liegen nur für die Jahre 2009, 2010 und 2014 vor. Hierbei handelt es sich um manuell errechnete Werte.

 

 

    Drucksache 21/3265      Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 21. Wahlperiode

 

Durchschnittsalter der Mutter bei der Geburt

Jahr

Alter

2014

31,9 Jahre

2010

31,5 Jahre

2009

31,3 Jahre

Quelle: Statistikamt Nord, Geburtenstatistik

  1. Wie viele dieser Kinder wurden vor Ende der 38. Schwangerschaftswoche geboren? Bitte ebenfalls nach Jahren aufschlüsseln und in absoluten Zahlen und in Prozent aller Geburten des jeweiligen Jahres angeben.

Der Anteil der vor der 38. Schwangerschaftswoche (SSW) geborenen Kinder liegt zwischen 2,1 und 28 Prozent.

Die Unterschiede zwischen den Perinatalzentren Level 1( höchste Versorgungsstufe) liegt insbesondere daran, dass in den Krankenhäusern verschiedentlich eine andere Definition gewählt worden ist, nämlich die der üblichen Grenze für die Definition „Frühgeburt“ (das heißt vor Vollendung der 37. SSW, also Geburtstag bis 36. SSW +

6).

Für weitere Informationen wird auf die Beiträge der Hamburger Geburtshilfen verwiesen.

U

niversitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Perinatalzentrum Level 1

Jahr

Anzahl geborene Kinder insgesamt

Anzahl

der vor Ende der 38. SSW geborenen Kinder

Anteil der vor Ende der

38. SSW geborenen

Kinder in %

2011

2.503

698

27,9

2012

2.667

754

28,3

2013

2.792

752

26,9

2014

3.224

849

26,3

2015

3.377

854

25,3

 

Asklepios Klinik Barmbek, Perinatalzentrum Level 1

Jahr

Anzahl geborene Kinder insgesamt

Anzahl

der vor der 37. SSW geborenen Kinder

Anzahl der vor der 37. SSW geborenen Kinder in %

2011

2.594

247

9,5

2012

2.589

246

9,5

2013

2.654

258

9,7

2014

2.750

210

7,6

2015

2.871

208

7,2

 

Asklepios Klinik Nord, Perinatalzentrum Level 1

Jahr

Anzahl geborene Kinder insgesamt

Anzahl

der vor Ende der 38. SSW geborenen Kinder

Anteil der vor Ende der

38. SSW geborenen Kinder in %

2011

1.492

103

6,9

2012

1.671

145

8,7

2013

1.674

113

6,8

2014

1.781

140

7,9

2015

1.799

143

7,9

 

Asklepios Klinik Altona, Perinatalzentrum Level 1

Jahr

Anzahl geborene Kinder insgesamt

Anzahl

der vor Ende der 38. SSW geborenen Kinder

Anteil der vor Ende der

38. SSW geborenen Kinder in %

2011

2.562

567

22,1

2012

2.540

542

21,3

2013

2.570

555

21,6

2014

2.940

639

21,7

2015

3.209

665

20,7

2

    Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 21. Wahlperiode     Drucksache 21/3265

Albertinen-Krankenhaus, Perinatalzentrum Level 2 Jahr Anzahl geborene Kinder insgesamt Anzahl
der vor Ende der 38. SSW geborenen Kinder Anteil der vor Ende der
38. SSW geborenen Kinder in % 2011 1.971 137     7,02012 2.206 172     7,82013 2.123 188     8,92014 2.217 163     7,42015 2.472 183     7,4Helios Mariahilf Klinik Hamburg, Perinatalzentrum Level 2 Jahr

Anzahl geborene Kinder insgesamt Anzahl
der vor Ende der 38. SSW geborenen Kinder Anteil der vor Ende der 38. SSW geborenen Kinder in % 2011 k.A. k.A. k.A. 2012 1.674 160 9,6 2013 1.545 120 7,8 2014 1.535 121 7,9 2015 1.727 151 8.7
Agaplesion Diakonieklinkum Hamburg, Geburtshilfe: Geburtsklinik Jahr Anzahl geborene Kinder insgesamt Anzahl
der vor Ende der 38. SSW geborenen Kinder Anteil der vor Ende der
38. SSW geborenen Kinder in % 2011 1.444 553,82012 1.509 503,32013 1.543 352,32014 1.435 302,12015 1.434 352,4Bethesda Krankenhaus Bergedorf, Geburtsklinik Jahr

Anzahl geborene Kinder insgesamt Anzahl
der vor Ende der 38. SSW geborenen Kinder Anteil der vor Ende der 38. SSW geborenen Kinder in % 2011 654 66 10,1 2012 703 70 10,0 2013 695 42 6,0 2014 703 51 7,3 2015 746 57 7,6 Ev. Amalie Sieveking Krankenhaus, Geburtsklinik Jahr Anzahl geborene Kinder insgesamt Anzahl
der vor Ende der 38. SSW geborenen Kinder Anteil der vor Ende der
38. SSW geborenen Kinder in % 2011 951 333,52012 909 303,32013 1.076 272,52014 1.154 332,92015 1.276 322,5Gibt es in Hamburg oder bundesweit einen statistisch relevanten Zusammenhang zwischen Alter der Mutter und Geburt vor Ende der 38. Schwangerschaftswoche?
Wenn ja: Wie ist das zu erklären?
Sowohl ein sehr junges Lebensalter als auch ein Alter der Schwangeren über 35 gelten als Risikofaktoren für eine Frühgeburt.
Der zuständigen Behörde liegen dazu keine Daten vor.
    3 Drucksache 21/3265      Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 21. Wahlperiode
Wie viele der zwischen 2011 und 2015 geborenen Kinder bedurften nach der Geburt einer besonderen medizinischen Betreuung? Was waren die wichtigsten Ursachen dafür?
 

Die meisten Krankenhäuser mit Geburtshilfen haben hierzu mitgeteilt, dass zur Anzahl der geborenen Kinder, die nach der Geburt einer besonderen medizinischen Betreuung bedurften, keine Aussage möglich ist, da hierfür eine Durchsicht der jeweiligen Patientenakten erforderlich wäre, was in der für die Beantwortung einer Parlamentarischen Anfrage zur Verfügung stehenden Zeit nicht möglich sei.

Die häufigsten Ursachen erweiterter medizinischer Betreuung von Neugeborenen hinsichtlich derer respiratorischen Situation sind nach Mitteilung der Krankenhäuser: Frühgeburt, Unreifen, geringes Geburtsgewicht, Peripartale Asphyxie, Anpassungsstörungen, Stoffwechselprobleme, Infektionen, Neugeborenenikterus.

  1. Gibt es in Hamburg oder bundesweit einen statistisch relevanten Zusammenhang zwischen Alter der Mutter und Bedarf an besonderer medizinischer Betreuung des Kindes?

Hierzu liegen der zuständigen Behörde keine Daten vor.

  1. Was unternimmt der Senat zur Senkung der Zahl der Frühgeburten und der Kinder mit besonderem medizinischen Betreuungsbedarf?

Zu den Risiken einer Frühgeburt beraten und informieren in erster Linie die niedergelassenen Gynäkologen im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen. Im Rahmen der Frühen Hilfen können Schwangere folgende Beratungseinrichtungen vor der Geburt aufsuchen und sich zu allen wesentlichen Fragen rund um die Geburt beraten lassen: http://www.fruehehilfen-hamburg.de/beratung/vor-der-geburt.

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