ERASMUS in Hamburg

BÜRGERSCHAFT

DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG     Drucksache 21/2606

21. Wahlperiode     22.12.15

Schriftliche Kleine Anfrage

des Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg (FDP) vom 14.12.15

und Antwort des Senats

    Betr.:     ERASMUS in Hamburg

ERASMUS ist ein Förderprogramm der Europäischen Union, mit dem Studenten bei Auslandsaufenthalten unterstützt werden. Es entsteht der Eindruck, dass diese Möglichkeit in Hamburg zu wenig genutzt wird.

Ich frage den Senat:

Der Senat beantwortet die Fragen bezogen auf Studierende an staatlichen Hamburger Hochschulen. Die Antworten basieren teilweise auf Auskünften dieser Hochschulen und des Deutschen Akademischen Auslandsdiensts (DAAD) und lauten wie folgt:

1. Wo befinden sich in Hamburg ERASMUS-Büros? Welche Leistungen bieten diese jeweils an?

ERASMUS+-Verantwortliche an den Hamburger Hochschulen befinden sich in deren International Offices/Abteilungen Internationales und an der Universität Hamburg zusätzlich an den Fakultäten. Von den staatlichen Hochschulen Hamburgs wurden folgende Leistungsbeschreibungen abgegeben:

Universität Hamburg (UHH):

An der Universität Hamburg gibt es in der Abteilung Internationales (Präsidialverwaltung) ein zentral verankertes Team ERASMUS+ und an den Fakultäten dezentrale ERASMUS+-Büros oder ERASMUS+-Stellen (eine Ausnahme bildet die MIN-Fakultät: hier gibt es für jeden Fachbereich jeweils einen Koordinator beziehungsweise eine Koordinatorin). Die Arbeitsaufteilung ist folgende:

  • Leistungen des Teams ERASMUS+ (Abteilung Internationales):
    • Kontaktstelle zur nationalen Agentur (DAAD), das heißt Beantragung der Mittel, Erstellung der Abschlussberichte und anderes
    • Auszahlungen der Zuschüsse
    • Vertragsmanagement
    • Überwachung der Programmumsetzung
  • Leistungen des ERASMUS+-Büros der Fakultät:
    • Beratung der Studierenden
    • Auswahl der Studierenden
    • Betreuung der Incomings (ERASMUS+-Gaststudierende)
    • Auswahl der ERASMUS+-Partnerhochschulen und Kontaktpflege mit diesen

Technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH):

Leistungen des International Office zu ERASMUS+:

  • Vertragsmanagement mit den europäischen Partnern
  • Beantragung der EU-Charter
  • Beantragung der Mobilitätsmittel, haushaltstechnische Abwicklung, Auszahlungen, Berichtswesen
  • Beratung der TUHH-Studierenden bezüglich der bestehenden Möglichkeiten, Rechte und Pflichten von ERASMUS+-Studierenden, -praktikanten, -personal
  • Durchführung des Antragsverfahrens an der TUHH, Anmeldung der Studierenden an den Partnerhochschulen, Überwachung der und gegebenenfalls Unterstützung der Bewerbung dort
  • Betreuung der Mobilitäten, Überwachung der rechtlichen Bestimmungen wie zum Beispiel Verwendung der vorgeschriebenen Dokumente wie learning agreements inklusive Anerkennungsnachweis
  • Beratung und Betreuung der Incoming-Studierenden (Bewerbungsprozess,

Orientierungsprogramm, Wohnraumunterstützung)

  • Datenaustausch mit Nationaler Agentur (DAAD) und EU
  • Beratung von Professoren bei Antragstellung für ERASMUS+-Projekte

Hafen City Universität (HCU):

Leistungen des International Office zu ERASMUS+:

  • allgemeine Informationsveranstaltungen zu Auslandsoptionen
  • fachliche Detailberatung von perspektivischen Outgoings zur Kurswahl et cetera
  • Vorab-Anerkennung von Leistungen im Learning Agreement
  • Auswahl der Stipendiaten und Auszahlung der Stipendien
  • Betreuung der Outgoings während ihres Auslandsaufenthaltes
  • Beratung und Betreuung der Incomings

Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg):

Leistungen des International Office zu ERASMUS+:

Im International Office der HAW Hamburg sind im Bereich „Outgoings“ zwei Mitarbeiterinnen mit der ERASMUS+-Koordination und -Beratung beauftragt. Hier werden im Rahmen von persönlichen Sprechstunden, telefonischer Beratung und der Beantwortung von E-Mail-Anfragen Studierende (zu Studien- und Praktikumsvorhaben im Ausland), Lehrende (zu Lehr- und Weiterbildungsvorhaben im Ausland) und Mitarbeiter (zu Weiterbildungsvorhaben im Ausland) der HAW Hamburg über die Fördermöglichkeiten aus ERASMUS+-Mitteln informiert und vor, während und nach dem Auslandsaufenthalt betreut. Die beiden Mitarbeiterinnen bearbeiten und kommunizieren die von der EU zur Verfügung gestellten Dokumente, die für die Förderanträge der Teilnehmer erforderlich sind und koordinieren auf Basis der eingereichten Dokumente der Teilnehmer die Auszahlungen. Auch die vorherige Beantragung der Fördermittel beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) sowie die Berichterstattung zum Ende der Projektlaufzeit erfolgt zentral im International Office durch diese beiden Mitarbeiterinnen.

Hochschule für bildende Künste (HFBK):

Leistungen des International Office zu ERASMUS+:

  • Beratung für Incomings und Outgoings dreimal wöchentlich sowie nach Vereinbarung
  • Welcome-Veranstaltung für ERASMUS+-Austauschstudierende sowie internationale Studierende der HFBK zu Beginn des Wintersemesters: Vorstellung des Studiensystems sowie Führung durch die Hochschule und ihre Werkstätten; Begrüßungsmappen mit Informationen zum Studium, zu Sprachkursen, Anmeldung und Krankenversicherung, Sozial- und Jobberatung des Studierendenwerkes, zum Öffentlichen Nahverkehr, Hochschulsport, kostenfreie Sprachkursangebote et cetera
  • Integration: Vermittlung von Kontakten zwischen Incomings und zukünftigen Outgoings (auf Wunsch); internationale HFBK-Studierende als Ansprechpartner im International Office; Tutoren/-innen der Klassen kümmern sich um Unterstützung und Integration der Incomings; Sprach-Tandem-Angebot auf der HFBK-Website
  • Sprachkurse: Sprachkurse für Incomings und Outgoings werden bei erfolgreicher Teilnahme gefördert; Hinweise auf kostenlose Deutsch-Angebote
  • Ausstellung: im Sommersemester organisiert die HFBK für ERASMUS+Incomings eine Ausstellung, in der die während des Studienaufenthalts an der HFBK entstandenen Arbeiten in der Hochschule präsentiert werden.

    Hochschule für Musik und Theater (HfMT):

    Das Büro für Internationale Angelegenheiten der HfMT deckt neben anderen Aufgaben mit internationalem Bezug (zum Beispiel DAAD-Stipendien et cetera) auch alle innerhalb des ERASMUS+-Programmes anfallenden Beratungs-, Organisations- und Betreuungsaufgaben ab.

    • Wie viele Hamburger Studenten erhielten in den Jahren 2012, 2013 und 2014 eine Förderung durch ERASMUS? Bitte nach Jahren und Hochschulen aufschlüsseln und die Gesamtzahl der geförderten Studenten pro Jahr in Hamburg angeben.

    Siehe Anlage 1.

    • Wie viele Studenten erhielten bundesweit in den Jahren 2012, 2013 und

      2014 eine Förderung durch ERASMUS? Bitte nach Jahren aufschlüsseln.

    Siehe Anlage 2.

    • Was unternimmt Senatorin Fegebank, um die Zahl der ERASMUS-Förderungen in Hamburg zu erhöhen?

    Die Betreuung und damit auch die Erhöhung der Teilnahme von Studierenden der Hamburger Hochschulen am ERASMUS+-Programm erfolgt eigenständig durch die Hochschulen selbst. Die zuständige Behörde unterstützt die Hochschulen in ihren hochschuleigenen Internationalisierungsstrategien, deren Teil das ERASMUS+-Programm ist.

    Die staatlichen Hamburger Hochschulen machen folgende Angaben zu ihren Maßnahmen zur Erhöhung der Zahl der ERASMUS+-Förderungen in Hamburg:

    UHH:

    Es werden zentral und dezentral viele Werbe- und Informationsveranstaltungen durchgeführt, ebenso werden die Lehrenden über die Vorteile des Programms informiert, damit diese direkt in ihren Veranstaltungen ihre Studierenden darauf aufmerksam machen. Werbemaßnahmen sind dabei unter anderem folgende:

    • Durchführung eines internationalen Tages (jährlich)
    • mobile Infothek (kleiner Stand an verschiedenen Orten des Campus)
    • monatliche Informationsveranstaltung im Campuscenter
    • Informationsveranstaltungen an den Fakultäten (besonders vor der Bewerbungsphase)
    • Verbreitung von Printmaterialien, die für die UHH erstellt wurden
    • Pflege einer ERASMUS-Website

    TUHH:

    Da die Mittel insgesamt begrenzt sind, ist eine Erhöhung der Gefördertenzahlen nur auf Kosten der Förderung für den Einzelnen möglich. Die TUHH bemüht sich jedoch, den Kreis der potenziellen Kandidaten weiter zu erhöhen. Es gibt inzwischen in allen Dekanaten Assistenten für die ERASMUS+-Koordinatoren. In allen Dekanaten werden gemeinsam mit dem International Office Informationsveranstaltungen zum Thema Auslandsaufenthalte durchgeführt. Das Bewerbungsverfahren wurde online gestellt. Die Internet-Information wurde ausgebaut.

     

     

HCU:

Für 2016 plant das International Office eine Beratungsoffensive. Insbesondere im Bereich Praktika sind an der HCU der Informationsbedarf und damit die Förderchancen groß. Im Bereich Studium scheint ein Tableau erreicht, das nur durch stärkere curriculare Einbindung beziehungsweise Verpflichtung der weniger mobilen Studiengänge angehoben werden kann. Hier sind für 2016 die vorbereitenden Schritte geplant.

HAW Hamburg:

Die Informationen zum ERASMUS+-Programm werden für alle Studierenden, Lehrenden und Mitarbeiter der HAW Hamburg auf der Website des International Office zur Verfügung gestellt. Insbesondere die ERASMUS+-Praktikumsförderung sowie die Förderung von Gastdozenturen im Ausland und Mitarbeitermobilitäten zu Weiterbildungszwecken im Ausland werden zentral vom International Office in Informationsveranstaltungen beworben. Das International Office und die in den vier Fakultäten der HAW Hamburg tätigen vier Student Exchange Coordinators (SECs) bewerben gemeinsam die ERASMUS+-Kooperationen unter den Studierenden.

HFBK:

  • Informationsveranstaltungen
  • Aushänge
  • E-Mailing, Veröffentlichungen im Print-Newsletter und detaillierte Informationen auf der HFBK-Webseite
  • Kommunikation über Tutoren/-innen der Professoren/-innen
  • Einzelberatungen
  • Gruppenberatungen

HfMT:

Der im Vorfeld von Austauschmaßnahmen zu leistende organisatorische Aufwand ist an einer künstlerischen Hochschule mit überproportional hohem Anteil an Einzel- und Kleingruppenunterricht extrem hoch. Mit den vorhandenen personellen Kapazitäten können im Büro für Internationale Angelegenheiten keine weiteren Maßnahmen zur Erhöhung der Förderungen geplant oderungesetzt werden.

  1. Trifft es zu, dass Studenten nachweisen müssen, dass die von ihnen an einer ausländischen ERASMUS-Hochschule erbrachten Studienleistungen denjenigen in Deutschland gleichwertig sind? Wie können sie diesen Beweis führen?

Siehe Antwort zu 9.

  1. Was besagt die Lissabon-Konvention zur Anerkennung ausländischer Studienleistungen?

Das Lissaboner Übereinkommen über die Anerkennung von Qualifikationen im Hochschulbereich in der europäischen Region trifft zur Anerkennung ausländischer Studienleistungen die folgenden Kernaussagen:

  • Eine in einem Vertragsstaat erteilte Hochschulzugangsberechtigung wird in allen Vertragsstaaten anerkannt, sofern nicht ein wesentlicher Unterschied besteht zwischen den allgemeinen Zulassungsvoraussetzungen in dem Vertragsstaat, in dem die Qualifikation erworben wurde, und denen in dem Vertragsstaat, in der die Anerkennung angestrebt wird (Artikel IV.1 des Übereinkommens).
  • In einem Vertragsstaat erbrachte Studienleistungen werden in allen Vertragsstaaten anerkannt. Studienleistung bezeichnet dabei einen beurteilten Teil eines Studiums, der einen erheblichen Erwerb von Fähigkeiten und Kenntnissen mit sich bringt und für den ein Nachweis ausgestellt wurde (Abschnitt V des Übereinkommens).
  • Artikel V.1 und VI.1 des Übereinkommens verankern die vorgesehene

    Umkehr der „Beweislast“: demnach müssen nicht mehr die Studierenden die Gleichwertigkeit der von ihnen erbrachten Studien- und Prüfungsleistungen beziehungsweise Studien- und berufspraktischen Zeiten belegen, sondern die aufnehmenden Hochschulen im Hinblick auf die Lernergebnisse wesentliche Unterschiede in den erworbenen Kenntnissen und Fähigkeiten nachweisen, sofern sie einen Antrag ablehnen wollen.

  • In einem Vertragsstaat vergebene Hochschulabschlüsse werden in allen Vertragsstaaten anerkannt (Abschnitt VI des Übereinkommens).

    7.     Was besagt die ERASMUS-Charta zur Hochschulbildung?

Die ERASMUS-Charta für die Hochschulbildung bildet den allgemeinen Qualitätsrahmen für europäische und internationale Kooperationsaktivitäten, die eine Hochschuleinrichtung im Rahmen des ERASMUS+-Programms durchführen kann. Jede Hochschuleinrichtung, die am ERASMUS-Programm teilnimmt, muss über eine gültige ERASMUS-Charta für die Hochschulbildung verfügen und sich für diese bei der Europäischen Kommission bewerben. Mit der Unterzeichnung dieser Charta verpflichtet sich die Einrichtung, zum Modernisierungs- und Internationalisierungsprogramm in der Hochschulbildung beizutragen, das fünf Prioritäten umfasst:

  1. – Anhebung des Bildungsgrads zur Deckung von Europas Bedarf an Akademikern und Forschern
  2. – Verbesserung der Qualität und Relevanz der Hochschulbildung
  3. – Stärkung der Qualität durch Mobilität und grenzübergreifende Zusammenarbeit
  4. – Das Wissensdreieck zur Wirkung bringen: Verknüpfung von Hochschulbildung,

Forschung und Wirtschaft im Interesse von Exzellenz und regionaler Entwicklung

  1. – Verbesserung von Steuerung („Governance“) und Finanzierung

Die Charta wird für die gesamte Laufzeit des Programms verliehen. Die Umsetzung der Charta wird überwacht; etwaige Verletzungen der niedergelegten Grundsätze und Pflichten können einen Entzug durch die Europäische Kommission zur Folge haben.

Zu weiteren Einzelheiten siehe:

http://eacea.ec.europa.eu/funding/2014/documents/annotated_guidelines_de.pdf.

8. Wie hoch ist der Anteil in Hamburg nicht anerkannter Studienleistungen, die im Ausland erbracht wurden?

UHH:

Diese Daten liegen bisher nicht vor. Mit dem neuen Programm ERASMUS+ werden diese Daten erhoben und es wird eine Auswertung der Gesamtperformance von Hochschulen im Bereich Anerkennung möglich sein. Eine solche Auswertung wird erstmalig im nächsten Jahr erwartet.

TUHH:

Der konkrete Anteil nicht anerkannter Studienleistungen wird nicht erhoben. Seitdem in ERASMUS+ aber die Anerkennung zu dokumentieren ist, werden zumindest alle vorab im Learning Agreement vereinbarten Anerkennungen auch durchgeführt. Dies kann aber auch „nur“ eine Anerkennung als im Zeugnis dokumentierte Zusatzleistung sein. Nachteilig wirkt sich nur aus, dass viele Studierende sich erst um den Auslandsaufenthalt kümmern, wenn Sie gar nicht mehr viele anerkennungsfähige Leistungen offen haben.

HCU:

Dieser Anteil wird vom International Office der HCU nicht statistisch erfasst; die vorgelegten Leistungen werden ganz überwiegend anerkannt. In den maßgeblichen Gremien sind keine strittigen Fälle anhängig.

 

 

HAW Hamburg:

Da die Anerkennung der im Ausland erbrachten Studienleistungen erst seit der Einführung des neuen Erasmus+-Programms abgefragt wird, können bisher nur für das Wintersemester 2014/2015 und für das Sommersemester 2015 Daten genannt werden. Dies sind vorläufige Ergebnisse, da einige Mobilitäten noch nicht abgeschlossen wurden und die Anerkennung somit noch nicht nachgewiesen werden konnte.

  • Wintersemester 2014/2015 (vorläufiger Stand): nicht anerkannte Studienleistungen aus dem Ausland: circa 31 Prozent (da teilweise Belegung von Sprachkursen/fachfremden Kursen, die nicht für den Studiengang an der HAW anerkannt werden können).
  • Sommersemester 2015 (vorläufiger Stand): nicht anerkannte Studienleistungen aus dem Ausland: circa 41 Prozent (da teilweise Belegung von Sprachkursen/fachfremden Kursen, die nicht für den Studiengang an der HAW anerkannt werden können).

Da das Erasmus+-Programm das Ziel verfolgt, die Anerkennung der im Ausland erbrachten Studienleistungen zu verbessern, ist langfristig von einer Steigerung der anerkannten Studienleistungen auszugehen.

HFBK:

Die Leistungen werden in vollem Umfang anerkannt, siehe Antwort zu 5.

HfMT:

Siehe Antwort zu 5.

9. Was unternimmt Senatorin Fegebank, um die Anerkennung von im Aushang erbrachten Studienleistungen in Hamburg zu verbessern?

Nach früherem Recht konnten im Falle eines Hochschulwechsels die bisherigen Studienleistungen nur anerkannt werden, wenn sie gleichwertig waren (§ 39 Absatz 4 HmbHG i.d.F. vom 18. Juli 2001). Erschwerend kam hinzu, dass der antragstellende Studierende die Gleichwertigkeit nachweisen musste. Durch eine Gesetzesänderung im Jahre 2010 (Drs. 19/6214) in Folge der Lissabon-Konvention wurde die Regelung dahin gehend geändert, dass die bisherigen Studienleistungen nicht gleichwertig sein müssen, sondern dass es ausreicht, wenn keine wesentlichen Unterschiede bestehen (§ 40 Absatz 1 HmbHG in der derzeit geltenden Fassung). Darüber hinaus wurde die Beweislast verlagert, sodass nicht der antragstellende Studierende nachweisen muss, dass kein wesentlicher Unterschied besteht, sondern die Hochschule muss – wenn sie die Anerkennung verweigern will – nachweisen, dass ein wesentlicher Unterschied besteht. Hierdurch hat sich die Ausgangslage für die Anerkennung ausländischer Studienleistungen substanziell verbessert. Der zuständigen Behörde liegen keine Hinweise darauf vor, dass die Anerkennung ausländischer Studienleistungen mit grundsätzlichen Problemen behaftet ist.

Gemäß § 40 HmbHG ist die Anrechnung von Studien- und Prüfungsleistungen eine genuine Aufgabe der Hochschule, die keiner ministeriellen Unterstützung oder Optimierung bedarf. Die mit dem Bachelor-/Master-System verbundene Einführung von ECTS-Punkten, Diploma Supplements, transcript of records sowie learning agreements haben nach Studien des DAAD die Anrechnung von im Ausland erbrachten Studien- und Prüfungsleistungen deutlich verbessert.

Folgende Maßnahmen werden von den Hochschulen selbst durchgeführt:

UHH:

Die Durchführung der unter Frage 5 beschriebenen Praxis wird systematisch verbessert. Zum Verfahren von Anerkennungsprozessen hat das Referat Qualität und Recht eine     Handreichung     verfasst     (https://www.uni-hamburg.de/campuscenter/ studienorganisation/formulare-informationsmerkblaetter/up-nr-u-1-u-anerkennung-uvon-u-extern-u-erbrachten-u-leistungen.pdf).

 

TUHH:

Im ERASMUS+ ist der Abschluss von Learning Agreements verpflichtend, dies wird an der TUHH durch das International Office überwacht.

HCU:

Für 2016 plant das International Office eine Umfrage aller ex-Outgoings zum Thema Anerkennung, um die „anecdotal evidence“ (das heißt viele Leistungen werden überhaupt nicht zur Anerkennung vorgelegt, weil sie ganz bewusst „on top“ oder ergänzend zu Pflichtleistungen gewählt wurden) zu verifizieren.

HAW Hamburg:

Die HAW Hamburg unternimmt die folgenden Anstrengungen, um die Anerkennung von Studienleistungen im Austausch zu verbessern: a) Auf operativer Ebene:

  • Informationsveranstaltungen für Lehrende/Department-Leitungen zum Anerkennungsverfahren und eventuellen Neuerungen,
  • Frühzeitige Information der Studierenden zum Anerkennungsverfahren, gut geeigneten Mobilitätsfenstern und ähnlichem in den einzelnen Departments,
  • zum Teil individuelle Beratungsgespräche für die Studierenden,
  • in der Fakultät Wirtschaft & Soziales wird derzeit ein Anerkennungsleitfaden mit Zuständigkeiten und Verfahren der Anerkennung der während des Auslandssemesters erbrachten Leistungen erarbeitet.

b) Auf strategischer Ebene:

  • Aufbau von Joint Programmes mit anderen Hochschulen, die eine einvernehmlichen Anerkennung der Leistungen garantieren
  • Ausbau von Doppelabschluss-Programmen, die ebenfalls dazu beitragen, Leistungen vollumfänglich anzuerkennen
  • Langfristige Fokussierung von Kooperationen auf denjenigen ausländischen Hochschulen langfristig zu unterstützen, deren Studienprogramme den Inhalten an der HAW ähnlich sind und bei denen bereits erfolgreiche vollständige Anerkennungen vorgenommen werden konnten

HFBK:

Siehe Antwort zu 5.

HfMT:

Siehe Antwort zu 5.

 

 

Drucksache 21/2606      Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 21. Wahlperiode

 

 

 

 

 

 

 

   

 

 

   

 

 

 

 

   

Anlage 1

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Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 21. Wahlperiode     Drucksache 21/2606

 

         

                     

         

                     

 

 

 

 

 

 

 

 

Anlage 2

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