Emissionsfreie Busse – Infrastruktur

BÜRGERSCHAFT

DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG     Drucksache 21/9934

21. Wahlperiode     01.08.17

Schriftliche Kleine Anfrage

des Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg (FDP) vom 25.07.17

und Antwort des Senats

    Betr.:     Emissionsfreie Busse – Infrastruktur

Die Anschaffung eines emissionsfreien Busses soll 1,5 Jahre dauern, die Errichtung eines Betriebshofes für emissionsfreie Busse allerdings vier Jahre. Ab 2020 will der Senat nur noch emissionsfreie Busse anschaffen, die meisten Betriebshöfe sind dafür aber noch gar nicht ausgestattet.

Ich frage den Senat:

Der Senat beantwortet die Fragen auf der Grundlage von Auskünften der Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) und der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH

(VHH)
wie folgt:

  1. Welche Betriebshofe sind bereits für den Betrieb von emissionsfreien Buslinien hergerichtet?

Auf dem Betriebshof Hummelsbüttel gibt es kleine Ladeeinrichtungen für die Erprobung erster Batterie- und Plug-In-Busse. Darüber hinaus wird die erforderliche Infrastruktur für elektrisch angetriebene Busse im Rahmen des Neubaus des Betriebshofs Gleisdreieck mit berücksichtigt.

Der Betriebshof Schenefeld ist mit Ladeinfrastruktur für die dort befindlichen batterieelektrischen Busse ausgestattet worden.

  1. In welcher Reihenfolge sollen die Betriebshöfe hergerichtet werden? Welches ist der erste Betriebshof, welches der letzte und warum?

Nach derzeitigem Planungsstand soll die Umrüstung der Betriebshöfe der HOCHBAHN für den elektrischen Busbetrieb wie folgt geschehen:

Die ersten Fahrzeuge werden ab dem Jahr 2018 auf dem Betriebshof Hummelsbüttel stationiert, da dieser Betriebshof bereits heute alle Busse mit alternativen Antrieben beherbergt. Für eine begrenzte Zahl an neuen Fahrzeugen wird die erforderliche Ladeinfrastruktur geschaffen und im Realbetrieb getestet.

Die Ausrüstung des Betriebshofs für eine größere elektrisch betriebene Flotte wird im Anschluss an die Umrüstung des Betriebshofs Gleisdreieck erfolgen.

Die Versorgung der ersten größeren Teilflotten wird durch den neuen Betriebshof Gleisdreieck sichergestellt. Dieser erlaubt es aufgrund seiner innenstadtnahen Lage, rein elektrisch angetriebene Busse vor allem in den Innenstadtbereichen einzusetzen und somit den Zielen des Luftreinhalteplans zu entsprechen. Zudem kann der Aufbau der Ladeinfrastruktur in den allgemeinen Bauprozess integriert werden.

Als dritter Betriebshof wird der Betriebshof Langenfelde für die Versorgung von E-Bussen ausgerüstet. Wesentliche Gründe sind die ebenfalls innenstadtnahe Lage und die günstigen baulichen Rahmenbedingungen.

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Die Betriebshöfe Wandsbek, Harburg 1 und 2, Billbrookdeich sowie Süderelbe folgen voraussichtlich ab Mitte der 2020er-Jahre. Die genaue Reihenfolge wird erst im Verlauf der weiteren Umstellung festgelegt und hängt von betrieblichen und technischen Faktoren ab.

Die Betriebshöfe werden je nach Erfordernis in Teilschritten umgerüstet, um die Infrastruktur analog zur Elektrobusflotte aufwachsen zu lassen. Somit ist sichergestellt, dass Investitionen für die Infrastruktur erst getätigt werden, wenn diese erforderlich sind.

Nach derzeitiger Planung werden die Betriebshöfe der VHH an den Standorten in Bergedorf, Billbrook, Glinde, Schenefeld und gegebenenfalls Rahlstedt nacheinander für den Betrieb und die Wartung von batterieelektrischen Bussen hergerichtet.

  1. In der Schriftlichen Kleinen Anfrage Drs. 21/3634 gab der Senat derzeit an, den Umbau des Betriebshofes Bergedorf zu planen? a) Wie weit sind die Planungen vorangeschritten?

Auf dem Betriebshof der VHH in Hamburg-Bergedorf hat der Neubau eines Werkstattteiles begonnen, der für die Wartung von batterieelektrischen Bussen ausgelegt ist. Weitere Bauabschnitte befinden sich in der Ausschreibungsphase.

  1. Welche Maßnahmen werden genau umgesetzt?

Es werden ein Werkstattneubau, elektrische Zuleitungen, Umspanneinrichtungen, elektrische Verteilungen auf dem Betriebshof sowie Ladeeinrichtungen für E-Busse umgesetzt.

  1. Wie hoch sind die Kosten?

Für die genannten Infrastrukturmaßnahmen veranschlagt die VHH Kosten in Höhe von voraussichtlich 18 Millionen Euro im Endausbau.

  1. Mit welchen Mitteln soll der Umbau finanziert werden?

Die VHH erhält anteilig Förderung aus dem Horizon2020-EU-Projekt MySMARTLife für die Konzeptionierung sowie Zuwendungen für die Beschaffung von E-Bussen und Ladestationen aus dem Sondervermögen „Energie und Klimafonds“ entsprechend der Förderrichtlinie Elektromobilität des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur vom 9. Juni 2015.

  1. Wie lange dauert der Umbau?

Der erste Bauabschnitt für elektrische Zuleitung, Verteilung sowie anteilig Umspanneinrichtungen und Ladestationen für die ersten zehn E-Busse soll im 1. Quartal des Jahres 2018 abgeschlossen werden. Der Werkstattneubau wird Mitte des Jahres 2018 fertiggestellt. Weitere Umspanneinrichtungen und Ladestationen folgen entsprechend der weiteren E-Bus-Beschaffung.

  1. Wie hoch waren die Kosten, um am Busbetriebshof Hummelsbüttel die technischen Voraussetzungen für das Abstellen und die Wartung von Wasserstoffbussen und Plug-In-Hybridbussen zu schaffen?
  2. Wie hoch waren die Kosten, um den Betriebshof Langenfelde für das Abstellen und die Wartung von Wasserstoffbussen herzurichten?

Im Fokus der Beschaffungsstrategie von HOCHBAHN und VHH stehen Batteriebusse mit Laden auf den Betriebshöfen. Bei der HOCHBAHN werden auch Wasserstoffbusse sowie Plug-In-Hybridbusse, die neben dem elektrischen Antrieb noch einen Dieselmotor haben, erprobt. Damit verfügt das Verkehrsunternehmen über eine Option, um gegebenenfalls auch Umläufe mit besonders hohen Kilometerleistungen abdecken zu können.

Für die Wartung der bereits heute in der Erprobung befindlichen, innovativen Busse wurde am Busbetriebshof Hummelsbüttel eine Halle mit den notwendigen Sicherheitsvorkehrungen aufgebaut. Die Gesamtkosten betrugen 1.052.000 Euro. Die Kosten für die Ladeeinrichtungen betragen insgesamt 44.000 Euro.

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Für den Umbau des Betriebshofes Langenfelde gibt es keine Kostenanteile, die ausschließlich der Wasserstofftechnik zugeordnet werden können.

  1. Wie lange dauert das vollständige Aufladen eines E-Busses und wie hat sich die Technologie in den vergangenen Jahren verbessert?
  2. Mit welchen Ladezeiten rechnet der Senat, wenn er ab 2020 E-Busse für den Regelbetrieb einsetzen möchte?

Konkrete Zeiten können nicht angegeben werden, da die Ladezeit abhängig von der gewählten Batteriekapazität, dem gewählten Batterietyp als auch von der Ladeleistung der zum Einsatz kommenden Ladegeräte ist. Zudem variiert die benötigte Energiemenge je Bus aufgrund des Umlaufs am Folgetag unter Berücksichtigung von Temperatur, geplanter Reichweite und voraussichtlicher Verkehrssituation. Sowohl bei der Batterietechnik als auch bei den Ladegeräten gab es in den vergangenen Jahren große technologische Weiterentwicklungen.

 

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