Busbeschleunigung (85) – Zeitungsverkauf

BÜRGERSCHAFT

DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG     Drucksache 21/4354

21. Wahlperiode     10.05.16

Schriftliche Kleine Anfrage

des Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg (FDP) vom 04.05.16

und Antwort des Senats

    Betr.:     Busbeschleunigung (85) – Zeitungsverkauf

Der Rechnungshof hat gerügt, dass in Bussen durch Busfahrer
Zeitungen verkauft werden und so die Ziele des Busbeschleunigungsprogramms konterkariert werden. Hierum will sich die zuständige Behörde „nicht vor 2017“ kümmern.

Ich frage den Senat:

Der Senat beantwortet die Fragen teilweise auf der Grundlage von Auskünften der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) wie folgt:

1.     In welchen Buslinien werden durch den Fahrer welche Zeitungen verkauft?

Auf folgenden Buslinien der VHH verkaufen die Busfahrerinnen und Busfahrer Tageszeitungen („Die Bild“-Zeitung und „Hamburger Morgenpost“):

Metrobusse

Schnellbusse

Stadtbusse

Nachtbusse

Schülerverkehr*

1

48

185

601

6541

2

49

186

602

6542

3


 

189

613

6543

15


 

195

621

6544

21


 

196

688

6661

22


 

256


 

6663


 


 

281


 

6667


 


 

284


 

6668


 


 

285


 

7141


 


 

286


 

9612


 


 

288


 

9613


 


 

289


 

9641


 


 

389


 

9643


 


 

395


 


 


 


 

489


 


 


 


 

585


 


 


 


 

589


 


 


 


 

594


 


 


 


 

781


 


 


 


 

783


 


 


 


 

785


 


 


 


 

786


 


 


 


 

795


 


 

*     Bei den vierstelligen Linien handelt es sich fast ausnahmslos um den freigestellten Schülerverkehr (Schwimmfahrten) oder Linien der KViP, auf denen die VHH lediglich mit einzelnen Drucksache 21/4354      Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 21. Wahlperiode

Fahrten im Auftrag fährt. Hier werden nicht gezielt Zeitungen verkauft. Allerdings sind die Fahrzeuge mit Zeitungen bestückt, da sie im Tagesverlauf auch andere Linien fahren.

Auf den Buslinien der HOCHBAHN werden keine Tageszeitungen verkauft.

  1. Wie viele Zeitungen wurden auf diese Weise in den Jahren 2011 – 2015 verkauft? Bitte nach Jahren aufschlüsseln.
  2. Warum werden in Bussen Zeitungen durch Busfahrer verkauft?

Der Zeitungsverkauf in VHH-Bussen stellt seit über 20 Jahren eine Serviceleistung für die Fahrgäste dar. Die Verkaufszahlen sind allerdings stark rückläufig:

Jahr

Anzahl

2011

214.830

2012

172.004

2013

141.039

2014

117.908

2015

96.469

  1. Welchen finanziellen Vorteil haben die Busunternehmen davon? Bitte die bei den Busunternehmen verbleibenden Einnahmen p.a. angeben.

Aufgrund der gesunkenen Stückzahlen macht die VHH seit zehn Jahren keinen Gewinn mehr mit dem Zeitungsverkauf. Mit den Provisionen sowie Handlingpauschalen werden jedoch die Kosten der Verteilung auf die Fahrzeuge sowie das Entfernen finanziert.

  1. Zu welcher Fahrtzeitverkürzung kommt es durch den Zeitungsverkauf?

Fahrtzeitverkürzungen sind aus dem Zeitungsverkauf nicht ableitbar. Konkrete Erkenntnisse, inwieweit durch den Zeitungsverkauf Reisezeitverluste entstehen, gibt es derzeit nicht. Es ist davon auszugehen, dass sie marginal sind, da pro Tag und Bus nur ein bis zwei Zeitungen verkauft werden.

  1. Sofern der Senat Frage 5. nicht beantworten kann: Wann kann er diese Frage beantworten?

Nach Abschluss der Optimierungsmaßnahmen für die MetroBus-Linien 2 und 3 voraussichtlich ab dem Jahr 2018 wird die Entscheidung über den weiteren Verkauf der Zeitungen getroffen werden. Im Rahmen der Evaluierung der Maßnahmen sind Fahrzeitenmessungen vorgesehen.

  1. Hält es der Senat für angemessen, den Rechnungshof betreffend eine abschließende Antwort auf seine Monierung auf die Zeit „nicht vor 2017“ zu vertrösten?

Ja.

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