Busbeschleunigung (72)

BÜRGERSCHAFT

DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG     Drucksache 21/2022

21. Wahlperiode     03.11.15

Schriftliche Kleine Anfrage

des Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg (FDP) vom 26.10.15

und Antwort des Senats

    Betr.:     Busbeschleunigung (72)

Die Maßnahmen zur Busbeschleunigung im Bereich der M5 sollen abgeschlossen sein. Ebenfalls sollten die Planfahrten nach Abschluss der Maßnahmen abgeschlossen sein. Bisher sind den Veröffentlichungen des Senats soweit ersichtlich weder die Ergebnisse der Planfahrten vor den Maßnahmen noch die nach den Planfahrten zu entnehmen. Damit ist nicht überprüfbar, inwieweit tatsächlich Fahrtzeitverkürzungen eingetreten sind. Außerdem ist es an der Zeit, die vom Senat beziehungsweise der zuständigen Behörde vorgelegten Wirtschaftlichkeitsprognosen zu überprüfen.

Ich frage den Senat:

  1. Wann wurden zuletzt Planfahrten auf der Linie M5 vor Beginn der Arbeiten für die Busbeschleunigung durchgeführt? Welches waren die Ergebnisse – bitte sowohl die Rohdaten als auch eventuell aufbereitete Daten angeben.

Die Planfahrten auf der Linie M5 erfolgten einmalig und wurden in der Zeit vom 28. Februar bis 1. März 2012 durchgeführt. Sie werden auf der Seite www.via-bus.de und im Transparenzportal veröffentlicht.

  1. Wann wurden Planfahrten auf der Linie M5 nach Abschluss der Arbeiten für die Busbeschleunigung durchgeführt? Welches waren die Ergebnisse – bitte sowohl die Rohdaten als auch eventuell aufbereitete Daten angeben.

Messfahrten auf der Linie M5 wurden in der Zeit vom 18. bis 26. Februar 2015 durchgeführt. Sie werden auf der Seite www.via-bus.de und im Transparenzportal veröffentlicht, sobald belastbare Ergebnisse vorliegen.

  1. Welche Fahrtzeitverkürzungen wurden auf welchem Streckenabschnitt nachweisbar erzielt? Bitte begründen und die Quelle angeben.

Der Abschnitt zwischen Hauptbahnhof/ZOB und Niendorf Markt der Linie M5 ist Bestandteil des Ausbauziels A des Busbeschleunigungsprogramms. Die HOCHBAHN hat die Fahrtzeit in diesem Abschnitt zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 um jeweils 6 Minuten in jede Richtung verkürzt. Im Zuge der Messfahrten im Februar 2015 wurden in Richtung Niendorf Markt Fahrtzeitverkürzungen um 6,4 Minuten gemessen, in Richtung Hauptbahnhof/ZOB liegen aufgrund von weiteren Veränderungen noch keine belastbaren Ergebnisse vor.

  1. Welche Kosten haben die Maßnahmen zur Busbeschleunigung auf der Linie M5 insgesamt verursacht?

    Drucksache 21/2022      Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 21. Wahlperiode

Die Maßnahmen auf der Linie M5 haben bislang Kosten von rund 27 Millionen Euro verursacht. Von den ursprünglich prognostizierten 40 Millionen Euro werden voraussichtlich maximal nur rund 30 Millionen Euro benötigt werden.

5. Welcher volkswirtschaftliche Nutzen ist durch die Maßnahmen der Busbeschleunigung auf der Strecke M5 erzielt worden? Bitte begründen und die Quelle angeben.

Wie bereits in der Sitzung des Verkehrsausschusses am 25. Juni 2015 dargestellt stellen sich durch die verkürzten Reisezeiten sowie die Verlagerungen von Verkehren vom Pkw zum ÖPNV mittelfristig weitere volkswirtschaftliche Nutzen und verringerte Lärm- und Schadstoffemissionen ein. Die Hochbahn berechnet den jährlichen volkswirtschaftlichen Nutzen mit rund 4,5 Millionen Euro.

Bereits nach kurzer Zeit haben die auf der Linie M5 durchgeführten Maßnahmen deutliche Verbesserungen für Fahrgäste, Allgemeinheit und Verkehrsunternehmen erbracht. Wirksam für die Fahrgäste ist insbesondere die bereits 2013 vorgenommene Erhöhung der Fahrtenzahl auf der im Abschnitt zwischen Bezirksamt und Innenstadt parallel zur Linie M5 verlaufenden Linie M4, mit der das Angebot für die Fahrgäste dort um fast 25 Prozent deutlich ausgeweitet wurde. Die fahrplanmäßigen Fahrzeiten auf der Linie M5 zwischen Innenstadt und Niendorf Markt konnten in beiden Richtungen bereits deutlich um jeweils 6 Minuten reduziert (vergleiche Frage 3.) werden. Weitere Fahrzeitreduzierungen im Abschnitt nördlich von Niendorf Markt sind vorgesehen, sobald die Baumaßnahmen im Bereich A7/Frohmestraße abgeschlossen sind und dieser Abschnitt wieder uneingeschränkt befahren werden kann.

Service und Barrierefreiheit für die Fahrgäste der Linie M5 wurden erheblich verbessert. Dazu haben unter anderem maßgeblich beigetragen:

  • Barrierefreier Ausbau von 19 Haltestellen,
  • Aufstellen oder Austauschen von 28 Fahrscheinautomaten,
  • Installieren von zehn zusätzlichen Fahrgastinformationssystemen.

Steigerungen der Fahrgastzahlen stellen sich erfahrungsgemäß erst über einen längeren Zeitraum ein. Eine seriöse Aussage hierzu ist erst nach zwei bis drei Jahren möglich. Mit weiter zunehmenden Fahrgastzahlen erhöhen sich die Fahrgelderlöse, gleichzeitig reduzieren Umsteiger vom Pkw-Verkehr die CO2-Belastung.

Die weitreichende Modernisierung der Infrastruktur hat auch zu Verbesserungen für die Allgemeinheit geführt:

  • Einrichtung von 50 blindenrechten Lichtsignalanlagen,
  • Neubau oder Instandsetzung von 4 km Radverkehrsstreifen,
  • Sanieren von 18 km Fahrstreifen für den allgemeinen Verkehr,
  • Herstellung von 18 blindengerechten Kreuzungen,
  • Verbesserung des Verkehrsflusses für alle Verkehrsteilnehmer in umgebauten Kreuzungen,
  • Reisezeitersparnis für alle Fahrgäste der Linien M4 und M5.

Aus Sicht der HOCHBAHN konnte bislang ein Doppelgelenkbus eingespart werden. Weitere Fahrzeugeinsparungen ergeben sich mit den Fahrzeitreduzierungen nördlich von Niendorf Markt.

Insgesamt präsentiert sich die Linie M5 damit als hochattraktive Linie, die den Anforderungen an einen modernen und leistungsfähigen Busverkehr im vollen Umfang genügt. Demgegenüber sind die Kosten zu nennen, die mit rund 27 Millionen Euro weit unter dem ursprünglichen Planwert von 40 Millionen Euro liegen.

6. Wie viele Busse werden nach Abschluss der Maßnahmen zur Busbeschleunigung auf der Linie M5 weniger benötigt?

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    Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 21. Wahlperiode     Drucksache 21/2022

Die aktuelle Nachfrage auf der Linie M5 ermöglicht gegenüber der Situation vor Beginn der Maßnahmen der Busoptimierung, das gleiche Platzangebot für die Kunden mit dem Einsatz eines Busses weniger zur Verfügung zu stellen. Nach Abschluss der laufenden Baumaßnahmen im Bereich A7/Frohmestraße und dem Ende der damit verbundenen betrieblichen Einschränkungen für die Linie wird mit Hilfe weiterer Optimierungen das Ziel verfolgt, die Fahrgastkapazität mit insgesamt drei Fahrzeugen weniger bereitstellen zu können. Bei den zu erwartenden weiter steigenden Fahrgastzahlen werden diese Fahrzeuge kostenneutral für gezielte Taktverdichtungen genutzt werden.

7. Wie viele Fahrgäste benutzten die Busse der Linie M5 im letzten halben Jahr vor Beginn der Maßnahmen zur Busbeschleunigung? Wie viele waren es im ersten halben Jahr nach Abschluss der Maßnahmen?

Aufgrund der Zählturnusse des HVV liegen für die angesprochenen Zeiträume keine aktuellen Fahrgastzahlen vor. Die letzte Fahrgasterhebung des HVV fand im Jahr 2007 statt und ergab eine Fahrgastzahl von rund 60.000 Fahrgästen pro Tag. Die nachfolgende Erhebung des HVV wurde im Jahr 2013 durchgeführt und fiel somit in den Zeitraum der Baumaßnahmen. Nach Abschluss der Baumaßnahmen fand bisher keine weitere Fahrgasterhebung statt.

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