Betriebshöfe für emissionsfreie Buslinien

BÜRGERSCHAFT

DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG     Drucksache 21/3634

21. Wahlperiode     18.03.16

Schriftliche Kleine Anfrage

des Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg (FDP) vom 11.03.16

und Antwort des Senats

    Betr.:     Betriebshöfe für emissionsfreie Buslinien

Die Innovationslinie 109 läuft über den Betriebshof Hummelsbüttel, weil ausschließlich dieser dafür umgebaut wurde. Ab 2020 will der Senat nur noch emissionsfreie Busse anschaffen, die meisten Betriebshöfe sind dafür aber noch gar nicht ausgestattet.

Ich frage den Senat:

Der Senat beantwortet die Fragen auf der Grundlage von Auskünften der Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) und der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH

(VHH) wie folgt:

  1. Welche Betriebshöfe der HOCHBAHN sind bereits für den Betrieb von emissionsfreien Buslinien hergerichtet?

Auf dem Busbetriebshof Hummelsbüttel sind die technischen Voraussetzungen für das Abstellen und die Wartung von Wasserstoffbussen und Plug-In-Hybridbussen vorhanden.

Auf dem Betriebshof Langenfelde wurden die baulichen Vorkehrungen für die Abstellung und Wartung von Hybrid-Gelenkbussen getroffen und die baulichen Vorbereitungen für den Einsatz von Wasserstofftechnik umgesetzt.

  1. Welche Umbaumaßnahmen sind auf den andern Betriebshöfen notwendig, um emissionsfreie Buslinien zu fahren?
  2. Welche Kosten entstehen bei der Herrichtung eines Busbetriebshofs zum Betreiben einer Wasserstoffbuslinie? Was muss bei der Herrichtung bedacht werden?

Die Umbaumaßnahmen richten sich nach der jeweils einzusetzenden Technologie.

Dazu gehören Einrichtungen zur Batterieladung (Ladeinfrastruktur), der Wasserstoffversorgung und Instandhaltung (spezifische Wartungseinrichtungen für E-Busse wie Hocharbeitsstände und Kranbahnen). Darüber hinaus sind Lager- und Wartungseinrichtungen für Hochvoltbatterien und Sicherheitseinrichtungen für den Umgang mit Hochvolttechnik erforderlich.

Im Rahmen einer europaweiten Studie (NewBusFuel), an der auch die HOCHBAHN teilnimmt, wird derzeit unter anderem ermittelt, was für den Betrieb von wasserstoffbetriebenen Bussen erforderlich ist. Eine pauschale Kostenaussage ist nicht möglich.

  1. Welche Kosten entstehen bei der Herrichtung eines Busbetriebshofs zum Betreiben einer Elektrobuslinie? Was muss bei der Herrichtung bedacht werden?

    Drucksache 21/3634      Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 21. Wahlperiode

Dieses wird auf Basis der laufenden und geplanten Erprobungen von Batteriebussen ermittelt.

Die Kosten richten sich nach der Anzahl der Busse, der geplanten Wertschöpfungstiefe in der Instandhaltung und der bestehenden Bausubstanz. Eine pauschale Kostenaussage ist nicht möglich. Im Übrigen siehe Antwort zu 2. und 3.

  1. Welche Betriebshöfe wurden bereits mit Planungen zur Herrichtung für emissionsfreie Buslinien bedacht?

Siehe Antwort zu 1.

Zusätzlich werden auf dem Betriebshof Gleisdreieck die baulichen Vorbereitungen für den Einsatz von emissionsfreien Buslinien in den Planungen berücksichtigt.

Bei der VHH ist der Betriebshof Schenefeld für den Betrieb der Rampini-E-Busse durch den Aufbau entsprechender Ladeinfrastruktur hergerichtet. Derzeit plant die VHH den Umbau des Betriebshofes Bergedorf für E-Busse.

  1. Wie lange dauert die Herrichtung eines Betriebshofes für den Betrieb von emissionsfreien Bussen?

Die Dauer der Herrichtung eines Betriebshofes ist abhängig vom notwendigen Bauumfang. Im Rahmen der europaweiten Studie (NewBusFuel) wird dieses derzeit für wasserstoffbetriebene Busse ermittelt. Für Batteriebusse wird dieses auf Basis der laufenden und geplanten Erprobungen ermittelt.

Für den Betriebshof Bergedorf plant die VHH eine Bauzeit von mindestens zwei Jahren.

  1. Gedenkt der Senat erst ab 2020 damit anzufangen, Betriebshöfe für emissionsfreie Busse umzubauen?

Nein. Im Übrigen siehe Antworten zu 1. und zu 5.

  1. Werden die Hybridbuslinien wirtschaftlich betrieben?

Wenn nein, warum nicht und wie werden sie finanziert?

Da die Busse der HOCHBAHN in der Regel täglich auf mehreren verschiedenen Linien eingesetzt werden und keine separate Zuordnung der entsprechenden Kosten erfolgt, ist eine Aussage zur Wirtschaftlichkeit einzelner Linien nicht möglich. Dies gilt gleichermaßen sowohl für die Linie 109 als auch für die weiteren Busse mit innovativen Antrieben.

Die VHH betreibt keine reinen Hybridbus-Linien.

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