Auswirkungen der Busbeschleunigung auf nicht beschleunigte Linien

BÜRGERSCHAFT
DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG     Drucksache 21/3569

21. Wahlperiode     01.04.16

Große Anfrage

der Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg, Michael Kruse, Katja Suding, Anna-Elisabeth von Treuenfels-Frowein, Jens Meyer und Fraktion (FDP)

vom 07.03.16

und Antwort des Senats

    Betr.:     Auswirkungen der Busbeschleunigung auf nicht beschleunigte Linien

Es ist zu prüfen, welche Auswirkungen die Maßnahmen der Busbeschleunigung auf die nicht beschleunigten Buslinien haben. Der Senat sah sich nicht in der Lage eine entsprechende Kleine Anfrage (Drs. 21/3408) vollständig zu beantworten, da ihm dies in der dafür zur Verfügung stehenden Zeit nicht möglich sei. Zur Beurteilung der Auswirkungen von Maßnahmen im Rahmen der Busbeschleunigung auf nicht beschleunigte Buslinien ist jedoch ein vollständiger Überblick über alle Buslinien, die „beschleunigte Linien“ befahren beziehungsweise kreuzen erforderlich. Deshalb soll dem Senat die längere Antwortzeit bei einer Großen Anfrage zur Verfügung gestellt werden.

Vor diesem Hintergrund fragen wir den Senat:

Grundsätzlich gilt, dass alle Buslinien, die auf beschleunigten Abschnitten verkehren oder diese queren, auch an den Lichtsignalanlagen bevorrechtigt werden. Dabei werden die Linien der Busbeschleunigung mit der höchsten Priorität bevorrechtigt, genauso wie parallel verkehrende Linien. Querende Buslinien werden mit geringerer Priorität versehen, aber ebenfalls bevorrechtigt.

Bei umgebauten Knotenpunkten profitieren sowohl parallel verkehrende als auch querende Linien von baulichen Maßnahmen beziehungsweise Vorrangschaltungen bei den Lichtsignalanlagen.

Dies vorausgeschickt, beantwortet der Senat die Fragen auf der Grundlage von Auskünften der Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) und der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) wie folgt:

1. Welche Buslinien verkehren auf Streckenabschnitten, auf denen im Rahmen des Busbeschleunigungsprogramms bereits Maßnahmen umgesetzt wurden?

Auf den nachfolgend genannten Streckenabschnitten wurden Maßnahmen des Busbeschleunigungsprogramms bereits bis Ende 2015 umgesetzt:

Abschnitt (Haltestellenabstand)/ Kreuzung

Linien des Busbeschleunigungsprogramms

Schenefelder Platz (Stadtgrenze)Eckhoffplatz

Linie 2; teilweise Linie 21

Tannenberg

Linien 2 und 3

Böttcherkamp – Immenbusch

Linien 3 und 21

Harkortstr./Stresemannstraße/Kieler Str.

Linie 3

Neuer Pferdemarkt – Feldstr./Glacischaussee

Linie 3; teilweise Linie 6

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Abschnitt (Haltestellenabstand)/ Kreuzung

Linien des Busbeschleunigungsprogramms

Eidelstedter Platz

Linien 4 und 21

Hbf./ZOB – A Burgwedel

Linie 5; teilweise Linien 3, 4, 6, 20 und 25

Hbf./Mönckebergstraße – AK St. Georg

Linie 6

Averhoffstraße – Zimmerstraße

Linie 6

Mühlenkamp/Hofweg – Goldbekplatz

Linien 6 und 25

U S Barmbek – Borchertring

Linie 7

Kottwitzstraße – Eppendorfer Park

Linien 20 und 25

U Burgstraße

Linie 25

In der Anlage sind die Linien aufgelistet, die innerhalb der oben genannten Abschnitte parallel zu den Linien des Busbeschleunigungsprogramms verkehren und auf denen bereits mehr als singuläre Maßnahmen (das heißt ohne direkte Beschleunigungswirkung) erfolgt sind (zum Beispiel ist der barrierefreie Ausbau der Haltestelle Michaeliskirche nicht als Beschleunigungsabschnitt definiert worden, da die Maßnahme erst mit der geplanten LSA-Beeinflussung eine Beschleunigungswirkung entfalten wird).

  1. Wie haben sich die Umlaufzeiten auf diesen Linien in den letzten fünf Jahren entwickelt?

Die Reisezeiten sämtlicher Buslinien unterliegen einem fortlaufenden Prozess der Anpassung an die sich kontinuierlich ändernde Verkehrssituation im Straßennetz und das allgemein erhöhte Verkehrsaufkommen (Verlängerung der Aufenthaltszeiten an Haltestellen und somit der Fahrtzeiten und Ähnlichem aufgrund erhöhter Fahrgastnachfragen). Die Ursachen für Fahrtzeitanpassungen sind vielfältig und selten auf die Priorisierung mehrerer Buslinien zurückzuführen. Im Übrigen siehe Anlage.

Der Begriff „Umlaufzeit“ im Sinne der Frage wurde definiert als die Gesamtfahrtzeit der jeweiligen Linie von der Anfangshaltestelle bis zur Endhaltestelle und zurück. Nicht enthalten hierbei sind die Aufenthaltszeiten an den Endhaltestellen (betrieblich bedingte Wende- und Pausenzeiten).

Grundsätzlich werden je nach Tageszeit unterschiedliche planmäßige Umlaufzeiten vorgesehen, die sich im Wesentlichen an dem Fahrgast- und Verkehrsaufkommen orientieren. Maßgeblich für jede Linie ist die längste fahrplanseitige „Umlaufzeit“.

  1. Wie haben sich dabei die durchschnittlichen Fahrzeiten der nicht beschleunigten Buslinien auf den Strecken verändert, auf denen bereits Maßnahmen im Rahmen des Busbeschleunigungsprogramms durchgeführt worden sind?

Für die betroffenen parallel verkehrenden Linien wurde jeweils der Jahres-Durchschnittswert der Ist-Fahrzeiten für den entsprechenden Abschnitt ausgewertet. Betrachtet wurde jeweils die Fahrtzeit im Haltestellenabstand inklusive der Haltestellenaufenthaltszeit.

Im Übrigen siehe Vorbemerkung.

2. Welche Buslinien kreuzen Streckenabschnitte, auf denen im Rahmen des Busbeschleunigungsprogramms bereits Maßnahmen umgesetzt wurden? Wie haben sich die Umlaufzeiten auf diesen Linien in den letzten fünf Jahren entwickelt?

Siehe Anlage und Antwort zu 1.

 

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Anlage

 

 

 

 

 

 

 

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