Auswärtige Patienten in Hamburger Krankenhäusern

BÜRGERSCHAFT

DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG     Drucksache 21/4884

21. Wahlperiode     21.06.16

Schriftliche Kleine Anfrage

des Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg (FDP) vom 15.06.16

und Antwort des Senats

    Betr.:     Auswärtige Patienten in Hamburger Krankenhäusern

In Hamburger Krankenhäusern werden viele Patienten aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein behandelt. Angesichts der Budgetierung kann dies für die Hamburger Krankenhäuser zu finanziellen Problemen führen.

Ich frage den Senat:

  1. Wie viele Patienten wurden insgesamt in den Jahren 2011 – 2015 in den Hamburger Krankenhäusern behandelt? Bitte nach Jahren aufschlüsseln.
  2. Wie viele dieser Patienten hatten ihren Hauptwohnsitz in SchleswigHolstein? Bitte ebenfalls nach Jahren aufschlüsseln und den Anteil an allen Patienten in Prozent angeben.
  3. Wie viele dieser Patienten hatten ihren Hauptwohnsitz in Niedersachsen? Bitte ebenfalls nach Jahren aufschlüsseln und den Anteil an allen Patienten in Prozent angeben.
  4. Wie viele dieser Patienten hatten ihren Hauptwohnsitz in anderen deutschen Bundesländern? Bitte ebenfalls nach Jahren aufschlüsseln und den Anteil an allen Patienten in Prozent angeben.

Die gefragten Zahlen sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengestellt. Die Daten der Krankenhausdiagnosestatistik für das Jahr 2015 liegen noch nicht vollständig vor.

Vollstationäre Krankenhausfälle* in den Hamburger Krankenhäusern nach Wohnort, absolute und prozentuale Angaben 2011 bis 2014

Wohnort

2011

2012

2013

2014

Hamburg

319.422

324.821

327.238

335.619

Schleswig-Holstein

82.262

86.199

88.235

93.724

Niedersachsen

40.406

41.954

41.988

44.840

andere Länder

13.078

13.769

13.726

14.653

Ausland

2.460

2.317

2.385

2.528

unbekannt

27

75

19

19

 

457.655

469.135

473.591

491.383

Wohnort

2011

2012

2013

2014

Hamburg

69,8

69,2

69,1

68,3

Schleswig-Holstein

18,0

18,4

18,6

19,1

Niedersachsen

8,8

8,9

8,9

9,1

andere Länder

2,9

2,9

2,9

3,0

Ausland

0,5

0,5

0,5

0,5

unbekannt

0,0

0,0

0,0

0,0

 

100,0

100,0

100,0

100,0

    Drucksache 21/4884      Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 21. Wahlperiode

Quelle: Krankenhausdiagnosestatistik der BGV

* aus der vollstationären Krankenhausbehandlung entlassene Fälle im Berichtsjahr, ohne gesunde Neugeborene und ohne Begleitpersonen

  1. Inwieweit wird die Behandlung auswärtiger Patienten bei der Bemessung des Budgets und/oder des Mehrleistungsabschlags bei Hamburger Krankenhäusern berücksichtigt?

Bei der Budgetbemessung ist zwischen der somatischen Versorgung auf Grundlage des Krankenhausentgeltgesetzes und der psychiatrischen und psychosomatischen Versorgung auf Grundlage der Bundespflegesatzverordnung zu unterscheiden. In beiden Vergütungssystemen wird das Budget vor allem durch die im Budgetjahr geplante Menge und Art der Leistungen bestimmt. Dabei ist es grundsätzlich ohne Bedeutung, wo die Patientin oder der Patient ihren Hauptwohnsitz hat.

Mehrleistungsabschläge sind nur im DRG-Vergütungssystem der somatischen Krankenhäuser vorgesehen. Eine steigende Anzahl auswärtiger Patientinnen und Patienten kann ebenso wie eine steigende Anzahl Hamburger Patientinnen und Patienten zu einem Mehrleistungsabschlag führen.

  1. Inwieweit unterscheidet sich der Behandlungsbedarf (Schwere der Erkrankung, Multimorbidität, Belastung mit resistenten Keimen) der auswärtigen Patienten von denen mit Hamburger Wohnsitz?

Hierzu liegen der zuständigen Behörde keine differenzierten Erkenntnisse vor.

  1. Wird ein eventuell unterschiedlicher Behandlungsbedarf bei der Bemessung des Budgets und/oder des Mehrmengenabschlags berücksichtigt?

         Wenn ja: inwiefern?

Wenn nein: warum nicht?

Ein sich von Hamburger Patientinnen und Patienten unterscheidender Behandlungsbedarf auswärtiger Patientinnen und Patienten wird die Menge und/oder Art der Leistungen und damit auch die Höhe des Budgets beeinflussen. Zum Mehrleistungsabschlag siehe Antwort zu 5.

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