Ampeln

BÜRGERSCHAFT

DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG     Drucksache 21/3472

21. Wahlperiode     08.03.16

Schriftliche Kleine Anfrage

des Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg (FDP) vom 29.02.16

und Antwort des Senats

    Betr.:     Ampeln

Die Ausrüstung und Schaltung vieler Lichtsignalanlagen („Ampeln“), im Folgenden LSA, in Hamburg erscheint unzureichend. Außerdem dürften einige überflüssig sein.

Ich frage den Senat:

Bei der Beantwortung der Fragen wurde als Stichtag das Datum 1. März 2016 zugrunde gelegt.

Dies vorausgeschickt, beantwortet der Senat die Fragen wie folgt:

  1. Wie viele LSA gibt es in Hamburg?

In Hamburg gibt es insgesamt 1.765 Lichtsignalanlagen (LSA).

  1. Wie viele LSA gab es jeweils am Jahresende 2011, 2012, 2013, 2014, 2015?
  • 1.753 LSA am Jahresende 2011,
  • 1.756 LSA am Jahresende 2012,
  • 1.766 LSA am Jahresende 2013,
  • 1.760 LSA am Jahresende 2014 und 1.764 LSA am Jahresende 2015.
    • Wie viele der derzeitigen LSA sind sogenannte Bedarfs-LSA zur Querung einzelner Straßen?

Von den insgesamt 1.765 LSA in Hamburg sind 559 Fußgänger-LSA (Bedarfs-LSA).

  • Wie viele dieser Bedarfs-LSA sind mit den vorhergehenden oder nachfolgenden LSA synchronisiert?

Von den 559 Fußgänger-LSA (Bedarfs-LSA) sind insgesamt 484 Fußgänger-LSA mit den benachbarten LSA synchronisiert.

  • Wie viele LSA sind betreffend Autos, Radfahrer und Fußgänger bedarfsgesteuert? Bitte getrennt geben.
  • 915 LSA für Fahrzeuge (Autos) und
  • 1.487 LSA für Fußgänger verkehrsabhängig.

Für Radfahrer wird keine eigene Statistik geführt, da sie entweder die Detektionseinrichtungen für die Fahrzeuge oder die des Fußverkehrs mit nutzen.

    Drucksache 21/3472      Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 21. Wahlperiode

6. Wie viele dieser LSA werden nachts abgeschaltet? Nach welchen Kriterien erfolgt eine solche Nachtabschaltung?

In Hamburg werden insgesamt 644 LSA nachts abgeschaltet. Für die Abschaltung beziehungsweise den durchgehenden Betrieb von LSA in Hamburg liegen folgende Beurteilungskriterien zugrunde:

  • Verkehrsaufkommen und Zusammensetzung, zum Beispiel öffentlicher Personen- und Nahverkehr (ÖPNV) (Nachtbusse) aus der Nebenrichtung,
  • Sichtmöglichkeiten der Wartepflichtigen auf den bevorrechtigten Verkehr
  • Knotenpunktgeometrie (Übersichtlichkeit, Anzahl der Knotenpunktzufahrten, Länge der Räumwege von Linksabbiegern, Anzahl der zu querenden Fahrstreifen)
  • Eindeutigkeit der Vorfahrtregelung/Erkennbarkeit der Wartepflicht
  • Stetigkeit der Regelung in einem Straßenzug
  • Schutz von querenden Fußgängern (zum Beispiel im Bereich von Nachtbushalte-stellen, Bahnhöfen, Taxiständen)
  • Örtliche Besonderheiten, zum Beispiel Busspur, Beeinflussung der LSA durch den ÖPNV, Feuerwehranforderung

Die Kriterien für die Abschaltung in Hamburg haben sich in den letzten Jahren bewährt. Die Anzahl der gegenwärtig abgeschalteten LSA stellt einen ausgewogenen Kompromiss zwischen den unabweisbaren Erfordernissen der Verkehrssicherheit und einem möglichst ungehinderten Verkehrsfluss mit geringen Lärm- und Abgasemissionen zur Nachtzeit dar.

  • Wie viele dieser LSA werden am Wochenende ganz oder teilweise abgeschaltet? Nach welchen Kriterien erfolgt eine solche Wochenendabschaltung?

In Hamburg werden insgesamt sechs LSA im Bereich des Hafens am Wochenende abgeschaltet. Darüber hinaus gelten auch für die Wochenendabschaltung die unter Antwort zu 6. aufgeführten Beurteilungskriterien.

  • Bei wie vielen LSA soll demnächst eine Nacht- oder Wochenendabschaltung erfolgen?

Es sind derzeit keine weiteren Nacht- oder Wochenendabschaltungen geplant.

  • Bei wie vielen LSA gibt es eine sogenannte Restrotanzeige?

In Hamburg sind insgesamt sechs LSA mit einer Restrotanzeige in Betrieb.

  • Bei wie vielen LSA soll demnächst eine sogenannte Restrotanzeige eingeführt werden? Gegebenenfalls: Warum sollen sie nicht eingeführt werden?

Derzeit ist der Einsatz weiterer Restrotanzeigen nicht vorgesehen. Restrotanzeigen werden in Hamburg aufgrund der zusätzlichen Kosten von circa 100.000 Euro pro LSA nur an Standorten eingesetzt, die eine sehr hohe Fußgängerfrequenz aufweisen. Diese werden nur mit einer Festzeitsteuerung betrieben, damit keine Zeitsprünge in der Restzeitanzeige auftreten. In Hamburg werden jedoch hauptsächlich flexible, verkehrsabhängige Steuerungen eingesetzt.

 

2