A7-Umleitungen

BÜRGERSCHAFT

DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG     Drucksache 21/969

21. Wahlperiode     10.07.15

Schriftliche Kleine Anfrage

des Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg (FDP) vom 02.07.15

und Antwort des Senats

    Betr.:     A7-Umleitungen

Das Hamburger Stadtstraßennetz ist einer großen Belastung ausgesetzt. Kommt eine Autobahn-Baustelle hinzu, wird auch noch über das Stadtstraßennetz ausgewichen und ist dieses blockiert, geht gar nichts mehr. Stillstand.

Für einen erträglichen Ablauf bedarf es mehr als nur eine Ausweichstrecke, ein Notfallplan sollte stets ausgearbeitet bereit liegen.

Bei den bisherigen Sperrungen der A 7 im Rahmen des Ausbaus kam es immer wieder zu Staus auf den Ausweichstrecken.

Ich frage den Senat:

Im Vorfeld der umfassenden Bauarbeiten an der A 7 ist ein leistungsfähiges Verkehrsleit- und Informationskonzept entwickelt worden, das klein- und großräumige Strategien zur Verkehrsleitung und -lenkung umfasst. Im Grundsatz soll während der gesamten Bauzeit der Bundesautobahn (BAB) A 7 die vorhandene Fahrspurenanzahl durchgehend aufrechterhalten werden. Eine Umleitung des BAB-Verkehrs ist somit grundsätzlich nicht vorgesehen. Dennoch sind für einzelne zeitlich begrenzte Bauphasen spezielle Umleitungsstrecken ertüchtigt worden und werden entsprechend ausgeschildert. In wenigen Ausnahmefällen, wie bei Unfällen oder sonstigen Störungen, wird nach längerer Sperrzeit von mehr als zwei bis drei Stunden auf Entscheidung der Polizei eine aktive Umleitung des BAB-Verkehrs über das städtische Netz durchgeführt. Die Maßnahme erfolgt operativ mit Personaleinsatz. Alternativ steht ständig als Entlastungsstrecke für den Fernverkehr die großräumige Umfahrung über die A 1, A 21, B 205 zur Verfügung.

Dies vorausgeschickt, beantwortet der Senat die Fragen wie folgt:

  1. An welchen Tagen im Jahr 2015 gab es bisher Teil- oder Vollsperrungen der A 7 im Bereich zwischen Elbtunnel und Quickborn?

Vollsperrungen lagen für den erfragten Bereich im Jahr 2015 am 21. – 22. März, 19. –22. Juni und 3. – 6. Juli vor. Teilsperrungen lagen für den erfragten Bereich im Jahr 2015 nicht vor.

  1. Welche Ausweichstrecken waren jeweils ausgeschildert?
  2. Gab es Staus, Unfälle oder weitere Probleme auf den Ausweichstrecken?

    a) Wenn ja, welche?

 

    Drucksache 21/969      Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 21. Wahlperiode

Umleitung für die Sperrung am 21. bis 22. März 2015:

Die Absicherung für die Demontage von zwei Beleuchtungsmasten erfolgte unter Vollsperrung der A 7 mit Führung des Verkehres in beiden Fahrtrichtungen über die Anschlussstelle (AS) Eidelstedt im Zuge der A 23. Der Verkehr wurde nach den Erkenntnissen der Polizei in beiden Richtungen völlig störungsfrei über die Anschlussstelle (AS) Hamburg-Eidelstedt abgewickelt.

Umleitung für die Sperrungen am 19. bis 22. Juni 2015 und 3. bis 6. Juli 2015:

Während der Vollsperrung wurde der Verkehr auf der Richtungsfahrbahn Nord am Autobahndreieck (AD) HH-Nordwest über die A 23 und dort weiter über die AS Eidelstedt gelenkt. Im nachgeordneten Straßennetz erfolgte die weitere Verkehrsführung über die Holsteiner Chaussee, Oldesloer Straße, den Schleswiger Damm und über die AS Schnelsen auf die A 7. In der Gegenrichtung wurde der Verkehr an der AS Schnelsen abgeleitet, weiter über den Schleswiger Damm, die Oldesloer Straße, die Holsteiner Chaussee und die AS Eidelstedt auf die A 23 und anschließend auf die A 7 geführt.

Für den Fernverkehr wurde eine Entlastungsstrecke zwischen dem Horster Dreieck und der AS Neumünster Süd (via A 1, A 21 und B 205) angeboten.

Vom 19. Juni 2015, 22 Uhr bis zum 22. Juni 2015, 5 Uhr: Die innerstädtischen Ausweichstrecken zwischen der AS Hamburg-Schnelsen und der AS Hamburg-Eidelstedt waren während der Vollsperrung ausgelastet. Auf der weiträumigen Ausweichstrecke A 1 – A 21 – B 205 kam es am 21. Juni 2015 ab den Mittagsstunden bis gegen 17 Uhr im Hamburger Stadtgebiet auf der A 1 in Fahrtrichtung Süden zwischen der AS Hamburg-Öjendorf und der AS Hamburg-Stillhorn vor der Baustelle auf der Süderelbbrücke zu Verkehrsbeeinträchtigungen und stockendem Verkehr von maximal 12 km Länge. Ansonsten verlief der Verkehr nach den Erkenntnissen der Polizei störungsfrei.

Darüber hinaus sind der Polizei Unfälle oder weitere Probleme im Sinne der Fragestellung nicht bekannt.

Vom 3. Juli 2015, 22 Uhr bis zum 6. Juli 2015, 2 Uhr: Auf der BAB A7 bildete sich circa 5 km Stau in beide Richtungen. Auf der Umleitungsstrecke aus Oldesloer Straße/Schleswiger Damm kam es zu einem Verkehrsunfall, jedoch ohne weitere Verkehrsbeeinträchtigungen. Durch die Hitze gab es diverse technische Probleme bei den im Stau befindlichen Fahrzeugen. Insgesamt mussten zehn Fahrzeuge abgeschleppt werden.

  1. Wenn eine Ausweichstrecke überlastet ist, gibt es dann eine weitere Ausweichstrecke als Backup? a) Wenn nein, warum nicht?
  2. Wird generell immer nur mit eine Ausweichstrecke geplant oder werden mehrere Ausweichstrecken eingerichtet?
  3. Welches Maßnahmenpaket wird abgerufen, wenn eine Ausweichstrecke blockiert ist?

Aufgrund der Netzstruktur des übergeordneten Netzes in der Metropolregion Hamburg stehen keine ausreichend leistungsfähigen Ausweichstrecken zur Verfügung.

Im Übrigen siehe Vorbemerkung.

  1. Wird ein Abschleppdienst vorgehalten, um eine Ausweichstrecke so schnell wie möglich freizuräumen?

Die Polizei Hamburg verfügt über mehrere Vertragsunternehmen zum Beiseiteräumen verkehrsbehindernder Kraftfahrzeuge. Diese Unternehmen werden erforderlichenfalls auch im Sinne der Fragestellung eingesetzt.

  1. Welche zukünftigen Sperrungen wird es im Jahr 2015 geben?
  2. Welche Ausweichstrecken sind hierfür jeweils eingeplant?

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Für 2015 sind weitere nächtliche Sperrungen vorgesehen. Die aktuelle Planung sieht vor:

  1. Dreieck Hamburg-Nordwest bis zur Landesgrenze vom 6. Juli 2015 bis 25. Juli 2015 in den Bauabschnitten 5b und 7 den rechten Fahrstreifen in Fahrtrichtung Süden der A 7 nachts zwischen 22 und 5 Uhr im Bereich von sechs abzubrechenden Brücken zu sperren. Für die nächtlichen Teilsperrungen sind keine Ausweichstrecken erforderlich.
  2. Niendorfer Gehege im Bereich der Autobahnüberführung Niendorfer Gehege die A 7 in den Nächten vom 27. November 2015 und 28. November 2015 zwischen 22 und 06 Uhr richtungsweise zu sperren. Eine Umleitung soll über die Kieler Straße (B4) zwischen AS HH-Stellingen und AS HH- Eidelstedt erfolgen.
  3. Nördlich HH-Schnelsen Nord bis Kaltenkirchen die A 7 ab HH-Schnelsen Nord in der Nacht vom 5. September 2015 zwischen 22 und 8 Uhr sowie Anfang November 2015 vollzusperren. Eine Umleitung soll zwischen HH Schnelsen-Nord und Kaltenkirchen über Oldesloer Straße/Holsteiner Chaussee (B4) und Kieler Straße (B4) erfolgen.

    Um die Verkehrssicherheit der Autobahn A 7 aufrechtzuerhalten, können kurzfristige nächtliche Ad-hoc-Maßnahmen anfallen. Diese Instandhaltungsmaßnahmen werden in der verkehrsärmeren Zeit (22 – 5 Uhr) durch Teilsperrungen der A 7 realisiert, um die Verkehrsbeeinträchtigungen zu minimieren. Die Durchführung der Großraum- und Schwerlasttransporte wird dabei gewährleistet.

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